„Rubbeldiekatz“ feiert Premiere auf dem Theaterschiff an der Tiefer

Der Spagat gelingt

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David Wehle, Thomas Ziesch und Simon Wehlich spielen die drei männlichen Hauptrollen in „Rubbeldiekatz“ auf dem Theaterschiff.

Bremen - Von Isabel Niesmann. „Schon mal was von Berufsehre gehört?“,will Alexander Honk (David Wehle) von seinem Bruder Jürgen (Thomas Ziesch) wissen. „Schon mal was von Dispo-Kredit gehört?“, raunzt dieser zurück. Damit ist es beschlossen: Der erfolglose Schauspieler Alex wird, als Frau verkleidet, an dem Casting für die große Hollywood-Produktion „Naziland“ teilnehmen. Die einzige unbesetzte Rolle ist nun mal die einer Frau. Und die Brüder brauchen das Geld dringend.

Turbulent beginnt die romantische Travestiekomödie „Rubbeldiekatz“, die am Donnerstagabend auf dem Theaterschiff an der Tiefer Premiere feierte. Und genauso geht es auch weiter. 2011 war der Film von Detlev Buck und Anika Decker mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle ein großer Kinoerfolg. Regisseur Karsten Engelhardt inszeniert nun für die schwankende Bühne eine temporeiche Adaption des Kassenschlagers.

Mit dem Werkzeugkasten machen sich die Brüder an die Verwandlung zur Frau. Die Augenbrauen zupfen sie mit der Zange, und den Beinhaaren wird mit einem Schleifgerät zu Leibe gerückt. Noch eine blonde Perücke, ein ausgestopfter Büstenhalter, ein rotes Kleid und schon ist aus Alexander Alexandra geworden, die sofort für die Frauenrolle engagiert wird.

Klar, dass Alex sich nun durch knifflige Situationen manövrieren muss, und die Drehtage nicht reibungslos, dafür aber umso unterhaltsamer verlaufen. Heikel ist zum Beispiel die Anprobe mit Kostümbildner Harald (Simon Mehlich). „Holy moly! Das sind aber mal Oberarme“, ist dieser erstaunt. „Ich boxe, äh, stricke gerne“, versucht Alex sich herauszureden. Und weil er nicht Maß nehmen lassen möchte, folgt danach eine Verfolgungsjagd rund um die Kleiderstange. Zu allem Überfluss ist Alex’ Filmpartnerin die berühmte Schauspielerin Sarah Voss (Lesley Jennifer Higl). In diese ist er unsterblich verliebt. Sarah sieht in Alexandra aber nur eine gute Freundin.

Die Verwandlung zur chaotischen und sympathischen Protagonistin Alex gelingt Darsteller Wehle glaubhaft. Ebenso überzeugt Higl als verletzlicher Superstar Sarah Voss. Scheinbar mühelos und rasend schnell schlüpfen Mehlich und Ziesch in immer wieder neue Rollen.

Als prolliger Bruder Basti und als arroganter Superstar überzeugt Mehlich ebenso wie als schwuler Kostümbildner Harald und als exzentrischer, durchgeknallter Regisseur John, der nur auf Englisch, nur durch sein Megaphon brüllend und immer Donuts essend kommuniziert.

Ziesch, unter anderem als Bruder Jürgen und übereifriger Regie-Assistent Arne, ist grandios als sächsischer liebeskranker Hitler-Schauspieler. Raffiniert ergänzt wird das Spiel durch eine Videoleinwand, auf der mehrere Szenen eingespielt werden.

Der Spagat zwischen Klischee und Witz gelingt. Die Situationskomik durch den Mann in Frauenkleidern ist amüsant und abwechslungsreich, aber nie albern oder klamaukig.

„Rubbeldiekatz“ steht zunächst bis zum 12. März auf dem Terminkalender des Theaterschiffs. Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

www.theaterschiff-bremen.de

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