Adwen montiert in Bremerhaven Prototyp

Acht-Megawatt-Offshoreanlage: Ein rotierender Gigant

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Die Rotorblätter, die an der Turbine des Acht-Megawatt-Prototyps in Bremerhaven montiert werden, sind jeweils 88 Meter lang.

Bremerhaven - Die Windernte auf hoher See wird immer ertragreicher. Ende 2016 waren knapp 950 Windräder in 16  Windparks auf Nord- und Ostsee mit einer Gesamtleistung von mehr als vier Gigawatt installiert. Die Offshore-Branche hat die Erwartungen nach eigener Einschätzung „übererfüllt“.

Und die Turbinen werden immer leistungsstärker. Der Prototyp für eine Acht-Megawatt-Anlage ist jetzt in Bremerhaven erfolgreich montiert worden. Das auch in der Seestadt ansässige Unternehmen Adwen hat die neue Windenergieanlage entwickelt. In dem „Dynamic Nacelle Testing Laboratory“ (Dynalab) des Fraunhofer-IWES-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik ist das „Acht-Megawatt-Kraftwerk“ dann getestet und optimiert worden. 

„Wir haben uns als Institut vom kleinen zu immer größeren Bestandteilen vorgearbeitet“, sagt IWES-Institutsleiter Professor Andreas Reuter und ergänzt: „Das ist die größte rotierende Maschine, die die Menschheit bislang gebaut hat.“

Wow. Ein Gigant also. Zumindiest hat der Prototyp eine Gesamthöhe von mehr als 200 Metern. Laut Adwen-Geschäftsführer Luis Alvarez ist die Offshore-Anlage ein „Symbol für den nächsten Schritt in der Energiewende“. Als marktreife Anlage werde das Acht-Megawatt-Windrad allein durch seine hohe Leistung zur Kostensenkung beitragen.

Gesamtgewicht von 777 Tonnen

Die Windturbine hat ein Gesamtgewicht von 777  Tonnen. Sie wurde auf einem 115 Meter hohen Turm montiert. 51 Betonpfähle verankern die Plattform für den Prototypen „Adwen AD 8-180“ mehr als 20 Meter tief im Erdboden. Derzeit werden die 88 Meter langen Rotorblätter angebracht. „Die Größe dieser Anlage wird deutlich, wenn man sich vorstellt, dass durch den Rotorblattkreis bei einem Durchmesser von insgesamt 180 Metern zwei Airbus A380 nebeneinander fliegen könnten“, sagt Uwe Kiupel, Sprecher der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS).

Forschung und Entwicklung gelten als Schlüssel, um die Kosten für den Ausbau der Offshore-Windenergie weiter zu senken. „Das Ziel ist, die Energiegestehungskosten zu senken“,sagt Reuter. „Die Offshore-Windenergie steht immer noch unter dem Generalverdacht, zu teuer zu sein. Das stimmt so längst nicht mehr. Die Dynamik der Kostenoptimierungen ist gewaltig, genauso wie die Technologieentwicklung dahinter.“

BIS-Geschäftsführer Nils Schnorrenberger ergänzt: „Wenn es gelingt, die Kosten für Offshore-Windenergie dank effizienterer Technologien und Prozesse zu minimieren, kann die Branche ihre unbestreitbaren Vorteile voll ausspielen.“ Und die Seestadt trage als Produktions- und Forschungsstandortdazu bei, diese Chance zu nutzen. Schnorrenberger:„Wie das Fraunhofer-IWES-Institut ist die Bremerhavener Wissenschaftslandschaft sehr stark geprägt von industrienaher, anwendungsorientierter Forschung und von intensiver Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.“

je

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