Rot-grüner Bürgerschaftsantrag: So will Bremen der Wohnungsknappheit begegnen

„Wir wollen dichter und höher bauen“

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Baupolitiker und Abgeordnete: Robert Bücking (Grüne, l.) und Jürgen Pohlmann (SPD).

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „In den Stadtteilen herrscht Sorge“, sagt der Grünen-Abgeordnete und frühere Viertel-Bürgermeister Robert Bücking mit Blick auf den Wohnungsmarkt. Heute beschäftigt sich die Stadtbürgerschaft mit dem Thema Wohnungsbau in Bremen. Die Regierungsfraktionen der rot-grünen Koalition legen dazu einen gemeinsamen Antrag („Sofortprogramm Wohnungsbau umsetzen – aus Flüchtlingen werden Bremer“) vor.

Bücking stellte ihn gestern mit seinem SPD-Kollegen Jürgen Pohlmann vor. Bücking und Pohlmann sind die baupolitischen Sprecher ihrer Fraktionen. Rot-Grün will Tabus brechen (oder wenigstens liebgewonnene Gewohnheiten ändern), um möglichst schnell und wirkungsvoll günstigen Wohnraum schaffen zu können. „Die Quartiere, die jetzt geplant werden, sollen dichter und höher bebaut werden als das in Bremen bisher üblich war“, heißt es in der Begründung des Dringlichkeitsantrags.

Bücking: „Wir glauben, dass Bremen diese Aufgabe nicht anders lösen kann. Dass man drei- und vierstöckig baut, halten wir für richtig.“ Gleichwohl sollten keine Ghetto-Siedlungen entstehen. Dem soll, so die Vorstellung der Politiker, vor allem die Gewoba entgegenwirken. „Sie wird eine zentrale Rolle spielen“, so Pohlmann. Bücking: „Die Gewoba soll stabile soziale Quartiere organisieren, die mit der Zuwanderung gut klarkommen.“ Der Senat geht davon aus, dass bis Ende 2017 etwa 29600 Flüchtlinge nach Bremen gekommen sein werden.

Das erhöht den Druck auf den Wohnungsmarkt, der ohnehin strapaziert ist, nachdem jahrelang kaum Sozialwohnungen entstanden sind. „Die Jahre 2016 und 2017 werden anstrengende Jahre auf dem Mietmarkt“, so Bücking. Ein erstes Ziel müsse es jetzt sein, weitere Übergangswohnheime zu bauen: „Raus aus Turnhallen und Zelten.“ Bremens Ziel: 7800 Plätze in Übergangswohnheimen in diesem Jahr. Wohnmodulbauten in großer Zahl sollen her zur Versorgung der Flüchtlinge. Und über die geplanten Einheiten hinaus sollen zusätzliche Sozialwohnungen gebaut werden – Stichwort: Gewoba.

„Wohnungen, Ausbildungsplätze und Arbeit für die Flüchtlinge sind auch ein wichtiges Thema für die Kooperation mit den Umlandgemeinden“, heißt es in dem rot-grünen Papier. „Spätestens, wenn die Flüchtlinge einen sicheren Aufenthaltsstatus haben, werden sie ihr Glück in der ganzen Region suchen.“ Darauf müsse die gemeinsame Planung reagieren.

Reagieren müsse man – in Bremen – zudem auf einen anstehenden Generationswechsel bei den Beschäftigten des Bremer Mercedes-Werks. Neue Daimler-Mitarbeiter sollen mit ihren Familien in Bremen wohnen, so der Anspruch. „Nicht in Achim, nicht in Weyhe, sondern in unserer Stadt“, so Bücking. Auch dafür braucht man Flächen.

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