Jan Rosenbrock erfindet ein T-Shirt für Sonnenbräune auch unter dem Stoff

Ende der „Randerscheinung“

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Aneinandergereihte Löcher: „TanMeOn“-Shirts bestehen aus einer sehr dünn gesponnenen Mischung aus Baumwolle und Polyester. Dadurch dringen bräunende UV-Strahlen bis auf die Haut.

Bremen - Von Anne-Katrin Wehrmann. Nur ein paar Stunden bei Sonnenschein auf dem Tennisplatz, schon ist es passiert: Bräunungsränder auf der Haut zeigen abends vor dem Spiegel deutlich, wo die Kleidung saß. Der Bremer Jan Rosenbrock wollte sich mit dieser „Randerscheinung“ nicht länger zufriedengeben und erfand ein T-Shirt, das Bräune auch unter dem Stoff zulässt.

Als passionierter Tennisspieler kennt der 29-Jährige das Problem aus Erfahrung. Während seines Studiums in Bremen und später in Oldenburg arbeitete er nebenher als Tennistrainer und verbrachte daher viel Zeit unter freiem Himmel. „Nach einem Tag auf dem Platz sah ich aus wie ein Streifenhörnchen und hatte diese typische Maurerbräune mit braunen Unterarmen und weißem Oberkörper“, erzählt Rosenbrock. „Da habe ich angefangen mich zu fragen, ob man dagegen nicht irgendetwas tun kann.“

Man kann, wie er heute weiß – doch der Weg dorthin war länger als zunächst vermutet. „TanMeOn“ – ein Wortspiel aus dem englischen „Turn me on“ (Mach mich an) und „Tan me“ (Bräun mich) – vergingen mehrere Jahre.

Es war während eines Auslandsjahrs in Honolulu, als der damalige Student 2008 endgültig beschloss, sich intensiver mit der Sache zu beschäftigen. Er informierte sich über Stoffarten, telefonierte Strickereien und Stoffhersteller ab und ließ sich von Fachleuten beraten.

Das Ergebnis seiner Recherche: Einen Stoff, der die bräunenden UV-Strahlen durchlässt und dabei zugleich blickdicht ist, gab es zu diesem Zeitpunkt in Deutschland nicht.

Mit einer sehr dünn gesponnenen Mischung aus Baumwolle und Polyester könnte es allerdings funktionieren, brachte er in Erfahrung. Rosenbrock fand einen Hersteller zur Produktion des Stoffs und ein kleines Textilunternehmen in Sachsen zum Nähen der Kleidungsstücke. Schließlich eröffnete er einen Onlineshop. Mehrere hundert T-Shirts verkaufte er in den ersten Monaten.

Nach einem ruhigeren Winter starten Rosenbrock und seine Freundin Lisa Schmitz, die ihm beim Versand hilft, nun in die zweite Saison. „Bei den ersten Sonnenstrahlen sind die Bestellungen sofort wieder angezogen.“ Seine bisherigen Einnahmen hat der Jungunternehmer in neue Shirts investiert, die er jeweils in Blau und Weiß für Herren und für Damen anbietet.

Beim Design hatte sich die Damenvariante als besondere Herausforderung entpuppt. Da der Stoff keinen Stretch-Anteil hat, war es gar nicht so einfach, ein gut sitzendes und tailliert geschnittenes T-Shirt zu entwerfen. „Aber jetzt sind wir total zufrieden, sowohl mit dem Aussehen als auch mit dem Stoff selbst.“

Die Besonderheit der Baumwoll-Polyester-Mischung liegt neben den dünnen Fäden darin, dass es sehr breitmaschig verarbeitet ist. „Unser Stoff besteht praktisch aus aneinander gereihten Löchern“, erläutert Rosenbrock. „Darum lässt er die Sonne durch und liegt auch angenehm leicht auf der Haut.“ Eine völlig nahtlose Bräune sei zwar auch mit den „TanMeOn“-Shirts nicht zu haben – die Bräunungsränder ließen sich so aber auf ein Minimum reduzieren. Und weil es die UV-Strahlen bis auf die Haut schaffen, darf eines auf keinen Fall vergessen werden: Wer einen Sonnenbrand vermeiden will, muss sich auch unter dem T-Shirt mit einem Sonnenschutzmittel eincremen.

Sein nächstes Ziel ist es, das Geschäft zu internationalisieren. Perspektivisch möchte er seine Bekleidung auch in Sport- und Outdoorgeschäften verkaufen.

Besonderen Wert legt er darauf, dass die Produktion komplett regional erfolgt, was auch den Preis von 37,95 Euro pro T-Shirt erklärt. Rosenbrock: „Wir haben ein innovatives Produkt, das in Deutschland gemacht wird. Das kostet eben mehr als die Billigproduktion in Asien.“

www.tanmeon.de

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