Oldtimermesse zeigt in vier Sonderschauen „Wirtschaftswunder“-Mobile

Rollende Zeitzeugen

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Ein Messerschmitt-Kabinenroller: Dieser „KR 175“ hatte drei Besitzer und wurde 1962 im Originalzustand stillgelegt.

Bremen - Von Jörg Esser. „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd.“ Der Volksmund ist böse. Doch der Kleinwagen, den der Bremer Autofabrikant Carl F.W. Borgward zu Beginn der 50er Jahre baute, wurde zum Erfolgsmodell der Nachkriegsjahre – der Lloyd 300 mit Zweitaktmotor, zehn Pferdestärken und 293 Kubikmeter Hubraum. Ein Wirtschaftswunder auf vier Rädern, das längst zum rollenden Zeitzeugen geworden ist.

Eine Kombi-Version des „Leukoplastbombers“ zählt zu den Hauptdarstellern der Sonderschau „Wirtschaftswunder“ auf der „Bremen Classic Motorshow“. Zu der Oldtimermesse werden von Freitag, 31. Januar, bis Sonntag, 2. Februar, wieder mehr als 40 000 Besucher in den Messehallen auf der Bürgerweide erwartet. Das Areal für die „Motorshow“ wird erweitert – um eine mobile Halle mit weiteren etwa 1 500 Quadratmetern Platz für noch mehr Angebote. „Seit Jahren stoßen wir mit den rund 40 000 Quadratmetern Hallenkapazität an unsere Grenzen“, sagt Projektleiter Frank Ruge. „Mit der neuen Halle schaffen wir nun zusätzlichen Raum für ein noch größeres Angebot.“

Nicht nur das – auch die deutsche „Wirtschaftswunderzeit“ wird gleich in vier Sonderschauen beleuchtet. Gezeigt werden Fahrräder, Nutzfahrzeuge, Kleinwagen, Sportwagen und Mopeds aus den späten 40er bis in die frühen 60er Jahre. „Unikate sind dabei, Fahrzeuge, von denen es nur noch zwei oder drei Exemplare weltweit gibt“, sagt Ruge. „Das sind echte Hingucker für Oldtimerfans und Geschichtsinteressierte.“

Zu sehen sein soll auf der Sonderschaufläche unter anderem ein Messerschmitt-Kabinenroller – neun PS auf drei Rädern, Höchstgeschwindigkeit: 80 Kilometer pro Stunde. Ein Problem bei dem legendären Gefährt war das Einsteigen. Doch eigentlich ist es ganz einfach, wie in der Bedienungsanleitung zu lesen ist: „Sitz hochschwenken, Lenkung leicht nach rechts einschlagen, rechten Fuß in Fahrzeugmitte setzen, Platz nehmen, linken Fuß hineinsetzen, beide Füße nach vorn setzen, jetzt erst mit beiden Händen an den schrägen seitlichen Rahmenrohren abstützen und Sitz nach vorne schwenken lassen.“

Auch ein ostdeutscher Bruder des Bremer „Leukoplastbombers“ wird vom „PS.Speicher“ aus Einbeck an die Weser gebracht – ein AWZ P70 Coupé. Die Fahrgestelle für den Vorläufer des Trabis kamen aus dem VEB Automobilwerk Zwickau, die Endmontage fand im Karosseriewerk Dresden statt. 1 500 Stück der windschnittigen Fahrzeuge wurden produziert.

Bremen Classic Motorshow 2014

Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Fotostudio Grundmeyer
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Fotostudio Grundmeyer
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Fotostudio Grundmeyer
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Fotostudio Grundmeyer
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Fotostudio Grundmeyer
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Jan Rathke
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Studio Seekamp
Die nächste Bremen Classic Motorshow widmet sich dem Thema Wirtschaftswunder: Zwei-, Drei- und Vierräder aus dieser Ära werden gezeigt. © Studio Seekamp

Ein Goggomobil TL zählt zu den Schmuckstücken in der Sonderschau „Kleintransporter“. Weltweit gibt es dem Vernehmen nach nur noch rund 100 dieser Transporter, produziert wurden von 1957 bis 1965 rund 3 600 Exemplare. Davon kaufte die Deutsche Bundespost allein 2 000. Der Goggo kommt mit 13,6 PS daher, schafft 65 Kilometer pro Stunde und kostete seinerzeit 3 715 Deutsche Mark.

Die „Bremen Classic Motorshow“ öffnet an allen drei Ausstellungstagen von 9 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 15 Euro.

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