Rollen und Wunschrollen

Schauspielerin Ulrike Krumbiegel gibt als „Wintergast“ Einblicke in ihr Leben

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Ulrike Krumbiegel gab im Theaterfoyer als „Wintergast“ Einblicke in ihr Schauspielerleben.

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Meine Tochter hat sich beschwert, ich solle nicht immer nur Frauen spielen, deren Kindern etwas passiert“, erzählt Ulrike Krumbiegel. „Ich sollte das mal ändern. Es ist schon komisch, wenn man als Mutter andere umbringt oder am Grab um seine Kinder trauert und das eigene Kind sieht das.“

Die Gäste im vollbesetzten Rangfoyer des Theaters am Goetheplatz schmunzeln. Sie erhalten am Sonnabend interessante Einblicke in das Leben des „Radio-Bremen-Wintergasts“ Ulrike Krumbiegel. Die heute 56-Jährige ist in der DDR aufgewachsen und zur Schauspielerin geworden.

Krumbiegel hat schon eine Rolle parat, die ihr gefallen könnte: „Ich will mal eine schöne Frau spielen, die drei tolle Männer kennenlernt und sich für einen von denen erwärmt.“ Ihre Rolle im neuen Film „Die Anfängerin“ ist zumindest anders. Sie spielt die Ärztin Annebärbel Buschhaus, einen „Kotzbrocken“, der mit 58 wegen einer schweren Lebenskrise mit dem Schlittschuhlaufen beginnt. „Sie ist nicht sympathisch“, sagt Krumbiegel. Das sei auch nicht ganz einfach: „Schauspieler wollen gemocht werden. Man muss die Figur irgendwie lieb gewinnen.“

„In braunen Augen kann man eher versinken“

Einmal müsse sie in der Handlung auch stürzen, doch das sei nicht so wild. „Echte Leistungssportler fallen oft aus dem Sprung heraus. Ich falle eher aus dem Ausfallschritt auf die Seite“, sagt sie. Der Sturz werde zudem trickreich vorbereitet. Während des Trainings sei allerdings auch einmal hingefallen.

Talk-Master Alexander Breuer fragt Krumbiegel, warum sie in „Happy Burnout“ grüne Augen hatte. Krumbiegel nimmt zunächst ihre Brille ab, schaut ins Publikum und sagt in den Saal: „Ich kann sie nicht sehen.“ Kontaktlinsen müssen also sein, aber es gibt noch einen weiteren Grund: „Braune Augen haben etwas Ruhiges, Rehhaftes. Bei manchen Rollen ist es gut, etwas Kühles zu haben“, sagt die gebürtige Berlinerin. „In braunen Augen kann man eher versinken.“

Erste Rolle als „hässliches Entlein“

Es folgen Einblicke in die Vita: 1976 hört Familie Krumbiegel einen folgenreichen Radioaufruf: Laienschauspieler werden gesucht. Die Karriere nimmt ihren Anfang. Die ersten Gehversuche an der Schauspielschule waren für Ulrike Krumbiegel wohl kein Selbstläufer.

Es sei gerätselt worden, ob sie bleiben kann. „Ein Szenen-Shooting war so schlecht, dass es nicht gewertet werden konnte. Das lag aber nicht an mir“, erzählt die 56-Jährige. In ihrer ersten Filmrolle habe sie eine Art „hässliches Entlein“, ein wirklich tristes Mädchen, gespielt.

Durch ihre Arbeit in Schwerin und später in Berlin konnte sie oft in den Westen fahren. Sie geht nicht davon, dass sie dabei überwacht wurde. „Das wäre ein zu großer Aufwand gewesen. Außerdem hatte ich ein Kind zu Hause. Das war das größte Pfand, das man haben konnte.“ Eine Nachbarin habe sie aber gefragt, ob sie im Westen gewesen sei. Ein Mann von der Stasi habe sich nach ihr erkundigt. Nach der Wende habe sie ihre Akte gelesen: „Darin stand: Krumbiegel ist unzuverlässig und hat keinen Bezug zum Materiellen.“

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