Auf dem Theaterschiff

Heinz-Rühmann-Abend: Die Rollen eines Schauspielers

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Christian Schliehe sitzt an Bord des Theaterschiffs und zeigt auf einen Rühmann-Flyer. Am Freitag, 23. März, hat der Rühmann-Abend Premiere.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Es ist eine Hommage an einen Künstler. Es ist eine Interpretation.“ Der Schauspieler Christian Schliehe sitzt auf dem Theaterschiff an der Tiefer und spricht von seinem neuen Projekt. Von einem Abend, der dem Schauspieler Heinz Rühmann (1902 bis 1994) gewidmet ist. Premiere: Freitag, 23. März, 20 Uhr. Vorstellungen sind schon bis Silvester geplant.

Klar – der Name Rühmann zieht. Über Generationsgrenzen hinweg verbindet fast jeder etwas mit Rühmanns Filmen. Und mit Liedern daraus: „La-Le-Lu“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n“. Und so weiter. Theaterschiff-Intendant Knut Schakinnis inszeniert den Rühmann-Abend, der eigentlich schon am 15. März Premiere haben sollte.

Der Termin wurde verschoben, weil gegenwärtig ja eine Grippewelle tobt – nicht bei Schliehe und Schakinnis, wohl aber bei manchen anderen in Schakinnis‘ Bühnenreich, so dass der Chef hier und da einspringen musste, um eine Aufführung zu retten. Schliehe wiederum bringt am Sonntag, 18. März, um 15 Uhr noch einmal sein Programm „Das Beste von Heinz Erhardt“ auf die Bühne des Theaterschiffs.

Auch so ein Dauerbrenner, der Generationen verbindet – der Erhardt. Kommt man da nicht mal durcheinander als Darsteller? Nein, sagt Schliehe. „Der Rühmann-Abend ist etwas anders aufgebaut.“ Zum Beispiel durch die vielen Lieder, die da zu singen sind. Und: „Der Erhardt-Abend hat keine biographischen Züge.“

Rühmann in Bremen

Der Rühmann-Abend schon: „Man erfährt ganz viel von dem Menschen Heinz Rühmann und davon, wie er zur Schauspielerei gekommen ist.“ Und Schauspieler wollte er unbedingt werden. „Er ist kurz vor dem Abitur vom Gymnasium abgegangen und hat sich in München einen Schauspiellehrer gesucht“, sagt Schliehe. Und er sei bei einem Lehrer gelandet, der später auch Hitler Unterricht gegeben hat – in Gestik, Rhetorik und Mimik.

Rühmann aber wollte nicht in die Politik, er wollte auf die Theaterbühne. Und da kam nun bald Bremen ins Spiel. Hier übernahm Rühmann, kein Typ für die damals weit verbreiteten Heldenrollen, 1922 die Hauptrolle in dem Schwank „Der Mustergatte“. Das passte. „Er war sehr erfolgreich damit hier in Bremen“, so Schliehe. Und nicht allein in Bremen. Rühmann sollte das Stück schließlich etwa 2 000 Mal spielen. Und verfilmt wurde „Der Mustergatte“ auch – 1937, womit wir schon mitten in der NS-Zeit wären.

Rühmanns Rolle hier ist durchaus umstritten. Viele seiner großen Filmerfolge entstanden in diesen Jahren, und natürlich erfüllten sie ihren Zweck – Ablenkung war nur einer davon. Rühmann kannte Propagandaminister Joseph Goebbels und den von Hitler zum Reichsmarschall ernannten Hermann Göring gut. Und Rühmann wurde als „Staatsschauspieler“ nicht zur Wehrmacht eingezogen.

Keine reine Kopie

Themen, die zu Rühmann gehören – und die damit auch in ein Unterhaltungsprogramm gehören, in dem es um den Schauspieler geht. Schliehe ist auch dafür, dass „das zur Sprache kommt“.

Schließlich geht es ja um Rühmanns Leben. Und um Szenen aus seinen Filmen. Die Liste der Erfolge beginnt hier im Jahr 1930 mit der – so hieß das damals – Tonfilm-Operette „Die Drei von der Tankstelle“. Und sie endet mit der wahrlich legendären „Feuerzangenbowle“ (1944) noch lange nicht.

Schliehe will versuchen, sich an Rühmanns Klangfarbe und Sprechweise „anzugleichen“ – mit Ausnahme der Stellen, an denen er etwas aus Rühmanns Leben erzählt. „Eine reine Kopie mache ich nicht. Es muss kein Abziehbild sein.“

Karten für den Heinz-Rühmann-Abend kosten nach Angaben eines Sprechers 28 Euro.

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