Architekturwettbewerbe für die Überseestadt

Planer präsentieren Entwürfe für das „Europaquartier“

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Ingo Damaschke zeigt den „Hochpunkt“. Das Gebäude soll mit aufwendigen Glaseinsatz punkten. Links davon steht der Schuppen  3, dahinter sind Wohngebäude am Wasser. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Alle vier Architekturwettbewerbe für das geplante „Europaquartier“ in der Überseestadt sind entschieden. Die Namen der Straßen und öffentlichen Plätze des Quartiers stehen fest. „Ich kann jedem Investor solche Wettbewerbe empfehlen“, sagte Ingo Damaschke, geschäftsführender Gesellschafter der Asset Firmengruppe. „Das Ergebnis ist phänomenal.“ An den vier Wettbewerben haben sich 32 Architekten beteiligt.

„Europaplatz“ lautet der Name der Fläche zwischen Schuppen 1 und dem neuen „Europaquartier“. Von dort aus kann der angrenzende Schuppen 3 über eine ebeneerdige Durchquerung betreten werden. „Eine tolle Einladung“, sagt Investor Damaschke. Die Länge des ehemaligen Schuppens wurde von 400 auf 150 Meter reduziert. 

Den Architekturwettbewerb für den Schuppen 3 hat das Hamburger Planungsbüro Störmer Murphy and Partners gewonnen. In der Mitte des Schuppens 3 ist ein großer Lichthof geplant. Eine Kindertagesstätte soll ins Obergeschoss. „Allein in Schuppen 3 werden 400 bis 500 neue Arbeitsplätze entstehen“, sagt Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Immobilienunternehmens Robert Spies. Insgesamt 10.000 Quadratmeter Gewerbefläche sind zu vergeben. Ein Stück der historischen Kran-Bahn soll am Schuppen erhalten bleiben.

56 Meter hohes Gebäude 

Dahinter sind der Robert-Schuman-Platz und „Hochpunkt“ geplant, ein Hochhaus, verwirklicht nach dem Konzept des Berliner Planungsbüros Sauerbrauch Hutton. Das 15-geschossige und 56 Meter hohe Gebäude soll zu einem weiteren markanten Ort in der Überseestadt werden „und eine lebendige Adresse im zukünftigen „Europaquartier prägen““, sagt Damaschke.

Die unteren Stockwerke weisen viel Glas auf und sind für gewerbliche Nutzungen geplant. Darüber entstehen Wohnungen. Lütjen betont die „Leichtigkeit des Übergangs“, umgesetzt mit einer aufwendigen Bauweise. „Glas ist teurer als Ziegelsteine. Und das vielfach verwendete runde Glas ist auch teurer als gerades. Das ist ein Bekenntnis zu hochwertiger Architektur.“

160 öffentlich geförderte Wohnungen geplant

360 Eigentumswohnungen mit ein bis fünf Zimmern entstehen in acht Gebäuden direkt an der Promenade, entworfen von den Springer-Architekten aus Berlin und dem Büro Haslop, Kruse und Partner aus Bremen. Springer setzt auf klassische Hafenarchitektur. Der Bremer Entwurf setzt auf „kubische Baukörperbildung und einen massiven Gesamteindruck“. Lütjen spricht von „robuster Schönheit mit vielen markanten Details“.

An der Konsul-Smidt-Straße sind 160 öffentlich geförderten Wohnungen geplant. Der Baubeginn wird für 2019 anvisiert. Als Vermieter ist die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewoba im Boot. Der Quadratmeterpreis soll den Angaben zufolge bei etwa 6,50 Euro liegen. 

Wie bei den anderen Wohnungen soll es Tiefgaragen, eine Fahrradstation und Car-Sharing geben. Öffentlich geförderter und rein privater Wohnraum ergeben einen „harmonischen Gesamteindruck aus robustem Klinker und Hafenflair“, sagt Damaschke. Und weiter: „Wir wollen eine architektonische Verbundenheit sichtbar machen.“

Investitionsvolumen von 175  Millionen Euro

Das „Europaquartier“ hat ein Investitionsvolumen von 175 Millionen Euro, soll bis 2021 erbaut werden und 65.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche bieten. Etwa 50.000 Quadratmeter sollen vermietet werdenn, 25  Prozent davon an Gewerbebetriebe. Die Abrissarbeiten haben im Oktober 2017 begonnen.

Eine Ausstellung der Entwürfe aller Teilnehmer ist ab 30. Januar im Schuppen 1, Konsul-Smidt-Straße, zu sehen – und zwar montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, sonnabends von 10 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 19  Uhr.

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