Zehn Millionen Euro Förderung für Sonderforschungsbereich der Uni

Roboter lernen das Lernen

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SFB-Sprecher Michael Beetz arbeitet mit einem interdisziplinären Forscherteam daran, dass Roboter künftig abstrakte Anweisungen selbstständig umsetzen können.

Bremen - Roboter sollen lernen, auch abstrakte Anweisungen selbstständig auszuführen. Deshalb wollen Forscher ihnen „beibringen“, sich dafür fehlende Informationen selbst zu beschaffen.

Ihnen sozusagen das „Lernen“ zu ermöglichen, ist Ziel eines neuen Sonderforschungsbereiches (SFB) an der Universität Bremen. Wie eine Sprecherin am Freitag sagte, stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft in einer ersten Phase dafür vier Jahre lang insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung.

„Deck schon mal den Tisch!“ – eine Anweisung, die für Menschen in der Regel leicht umzusetzen ist. Für Roboter dagegen ist sie eine enorme Herausforderung. Denn um Tätigkeiten ausführen zu können, benötigen sie extrem detaillierte Informationen, wie die Universität weiter mitteilt: Was soll auf den Tisch gestellt werden? Wie greift man am besten ein Glas? Und woran erkennt man überhaupt einen Tisch?

Rektor Scholz-Reiter sieht die Uni in ihrer Schwerpunktsetzung bestätigt

Damit Roboter auch Anweisungen mit einem hohen Grad an Abstraktion selbstständig ausführen können, müssen sie in die Lage versetzt werden, fehlende Informationen selbst zu beschaffen. Dafür hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Angaben nach jetzt einen weiteren SFB der Bremer Universität bewilligt, in dem Wissenschaftler mit ganz neuen Ansätzen daran arbeiten, Robotern sozusagen das Lernen zu ermöglichen. Der SFB „Ease“ (Everyday Activity Science and Engineering) startet am 1. Juli.

„Die Bewilligung des neuen SFB ist für die Universität eine weitere Bestätigung, dass unser Wissenschaftsschwerpunkt ‚Minds, Media, Machines‘ starke Synergieeffekte bei der Zusammenführung der Forschungsfelder Künstliche Intelligenz, Kognitive Systeme und Robotik erzielt“, so Uni-Rektor Prof. Bernd Scholz-Reiter.

In „Ease“ wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie es Menschen gelingt, ihre Alltagsaktivitäten äußerst flexibel, zuverlässig und effizient auszuführen. Dieses Verständnis solle dann eine neue Generation von Modellen für die Robotersteuerung inspirieren, um dort ein vergleichbares Niveau anzustreben. „Wenn Roboter lernen, umgangssprachliche Anweisungen richtig zu interpretieren, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für die Erhöhung der Lebensqualität – zum Beispiel für Menschen mit Behinderungen oder für Senioren, die länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben möchten“, sagt SFB-Sprecher Prof. Michael Beetz.

Demokratisierung der Robotik

Außerdem unterstütze der SFB die Idee des „Open Research“ – also die freie Verfügbarkeit der Forschungsergebnisse für alle Interessierten. So solle bewusst eine stärkere Demokratisierung der Robotik und der Künstlichen Intelligenz erreicht werden, damit die Entwicklung dieser Zukunftsfelder nicht alleine von kommerziellen Interessen geprägt werde, so die Uni-Sprecherin.

In „Ease“ arbeiten Forscher aus der Informatik, der Mathematik, der Linguistik sowie aus den Human- und Gesundheitswissenschaften zusammen. Am Ende der ersten Förderphase sollen die Roboter laut Uni autonom einen „Haushaltsmarathon“ absolvieren können, der die Ausführung von Haushaltsaufgaben wie Tischdecken und die Zubereitung einfacher Mahlzeiten über längere Zeiträume umfasst.

vr

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