Eng, heiß, atemberaubend

R´n´B-Ikonen von „En Vogue” feiern Abschluss ihrer Europatournee in Bremen

+
Im Bremer Schlachthof feierten die R´n´B-Ikonen von „En Vogue” den Abschluss ihrer Europatournee. Berührungsängste mit den Zuschauern zeigten die Sängerinnen nicht.

Bremen - Von Nina Seegers. Eng, heiß und atemberaubend war der Auftritt von „En Vogue” am Dienstagabend im Schlachthof. Die drei Soul/-R´n´B-Diven aus den USA sind in Europa nur selten live zu erleben. Daher war es etwas ganz Besonderes, dass das Trio nach Dublin, Paris und anderen ausgewählten Städten ausgerechnet in Bremen den Abschluss seiner Europatournee feierte.

Blauer Nebel steigt auf, als Terry Ellis (53), Cindy Herron (55) und Rhona Bennet (40) die Bühne betreten. Ihre schwarze, extravagante Klamotte kombinieren sie mit auffälligen gold funkelnden Accessoires. Die Haare sind aufwendig frisiert. Das Publikum jubelt und wird von Scheinwerfern hell angestrahlt. Gleich einer der ersten Songs ist der Welthit „Never Gonna Get It“, mit dem „En Vogue” 1992 riesige Erfolge feierte. Kaum jemand sitzt noch, die meisten wippen, schnipsen und singen mit. Dann erst begrüßt das Trio sein Publikum, schüttelt Hände, erkundigt sich nach der Stimmung und posiert für Handy-Fotos.

Gewaltige Stimmen

In den folgenden 90 Minuten lassen die R´n´B-Ikonen keinen ihrer Hits aus: „Free Yor Mind“, „Whatta Man“, „Don´t Let Go“ und „Hold on”, mit dem sie 1990 nach der Bandgründung erste Erfolge feierten, folgen. Die musikalische Begleitung kommt vom Band, aber die Bühnenpräsenz und die Stimmen der Ladies sind so gewaltig, dass eine Live-Band gar nicht so sehr fehlt. Das Publikum ist völlig hingerissen und tanzt mit.

R´n´B-Ikonen "En Vogue" begeistern im Schlachthof

Berührungsängste haben die drei Sängerinnen keinesfalls, im Gegenteil: Sie flirten mit den Männern in der ersten Reihe, erzählen Anekdoten, bedanken sich für 27 Jahre Fantreue und kündigen ihr neues Album an, das ab August im Handel ist.

Neuer Song ist solide, aber nicht auf dem Niveau vergangener Zeiten

„Dejà vu” heißt einer ihrer brandneuen Songs, der eine solide Soulnummer ist, aber nicht wirklich an die Erfolge vergangener Zeiten anzuknüpfen vermag. Generell ist der Abend in erster Linie eine Hommage an den R´n´B der frühen 90er Jahre und eine Liebeserklärung an den „Oldschool-Soul”, wie Cindy Herron es nennt.

So fordert die Band mit einem Medley alter Soul-Klassiker wie „Proud Mary” von Tina Turner oder „Respect” von Aretha Franklin ihr Publikum einmal mehr dazu auf, die Hüften zu schwingen. Auch als das Trio die Bühne schon längst verlassen hat, verlangt das Publikum durch lautes Pfeifen und rhythmisches Klatschen eine Zugabe – leider vergeblich.

Konzertveranstalter Jan Trautmann von „Bremen Events & Concerts“ hat „En Vogue” nach Bremen geholt. Er ist dafür bekannt, exklusive Konzerte großer Weltstars wie Tom Jones, Anastacia oder Chris de Burgh im kleineren Rahmen, beispielsweise im Musicaltheater, zu veranstalten. Am Dienstag konnten die Zuschauer nun in der Kesselhalle des Schlachthofs, die maximal 1000 Leute fasst, den grandiosen Soul-Sängerinnen ganz nahe sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Einzelkritik: Nur Pavlenka in guter Form

Einzelkritik: Nur Pavlenka in guter Form

Adventsbasar Oberschule Dörverden

Adventsbasar Oberschule Dörverden

Terroropfer sollen mehr Entschädigungen und Hilfe bekommen

Terroropfer sollen mehr Entschädigungen und Hilfe bekommen

Weihnachtskonzert der Rotenburger Kantor-Helmke-Schule

Weihnachtskonzert der Rotenburger Kantor-Helmke-Schule

Meistgelesene Artikel

Grünkohl als Öl und Praline

Grünkohl als Öl und Praline

Bremer Borgward-Areal: Kauf verzögert sich

Bremer Borgward-Areal: Kauf verzögert sich

Bremen: Auftakt in Drogenprozess gegen vier Männer

Bremen: Auftakt in Drogenprozess gegen vier Männer

„Harms am Wall“: Zeitpunkt für Abriss völlig offen

„Harms am Wall“: Zeitpunkt für Abriss völlig offen

Kommentare