Das Bremer BIPS ist an großer nationaler Gesundheitsstudie beteiligt

Risikofaktoren ermitteln

Bremen - Anfang nächsten Jahres startet in Deutschland die bisher größte medizinische Gesundheitsstudie. Das Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) ist dabei eines von 18 Studienzentren. 200 000 Menschen können an der Studie teilnehmen.

Beginn der Studie ist Anfang 2014, wie ein Sprecher des BIPS sagte. Zehntausende von Bürgern im Alter von 20 bis 69 Jahren werden dann einen Brief erhalten und eingeladen, sich an der Studie zu beteiligen. Ziel ist die Erforschung von Volkskrankheiten, um mit den Daten zu einem gesünderen Leben in Deutschland beizutragen, wie es hieß.

Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren sollen durch die sogenannte „Nationale Kohorte“ neue Erkenntnisse über die Entstehung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Demenz, Herz-Kreislaufprobleme und Krebs gewonnen werden. Betrachtet wird auch der Einfluss von genetischen Faktoren, Umweltbedingungen, sozialem Umfeld und Lebensstil.

„Dies kann nur mit der aktiven Unterstützung der Bevölkerung gelingen. Wir haben in den nächsten Jahren durch das Forschungsprojekt die große Chance, einen enormen Wissensschub im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs zu erzielen. Diese Chance auf eine bessere Prävention müssen wir nutzen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) zur Studie.

Die Erkenntnisse der Erhebung sollen nach Angaben von Prof. Wolfgang Ahrens, Studienleiter im Studienzentrum Bremen, dazu beitragen, die Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen erheblich zu verbessern. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Eine aktive Bewerbung um eine Teilnahme an der Studie ist laut Ahrens nicht möglich, da sonst keine statistisch belastbaren Informationen gewonnen werden könnten.

Von den Ergebnissen der Studie erhofft sich die Wissenschaft Antworten auf Fragen wie: Wodurch entstehen chronische Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Wie können wir uns vor diesen Krankheiten besser schützen?

„Durch den vorausschauenden Charakter der Studie halten die Forscher bei den Teilnehmern viele Faktoren fest, die zunächst als bedeutungslos erscheinen. Später kann sich jedoch herausstellen, dass sie auf eine Krankheit hinweisen“, erklärte der Bremen Studienleiter. Im Nachhinein betrachtet, könnte sich so ermitteln lassen, wie verschiedene Faktoren zusammenwirkten und zu bestimmten Krankheiten führten. „Nur so können wir die entscheidenden Risikofaktoren ermitteln und effektive Strategien zur Vermeidung erkennen“, sagte Ahrens.

Die teilnehmenden Frauen und Männer werden in einem der 18 Studienzentren medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten und Lebensumständen befragt. Nach vier bis fünf Jahren laden die Studienzentren alle Probanden zu einer zweiten Untersuchung ein. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Finanziert wird die Erhebung durch das Bundesforschungsministerium, die 14 beteiligten Länder und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit 210 Millionen Euro. · gn

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