Richard Wagner ist ein „Wisdom Professor“

Hochschullehrer im Rentenalter

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Als „Wisdom Professor“ unterrichtet der 68-jährige Biophysiker Prof. Richard Wagner an der Jacobs-Universität.

Bremen - „Wisdom“ bedeutet Weisheit. Doch weiser als seine jüngeren Kollegen fühlt sich Prof. Dr. Richard Wagner nicht. Mit der „Wisdom Professur“ setzt die Jacobs-Universität ein Instrument ein, das von angloamerikanischen Universitäten bekannt ist. Hier geben erfahrene Hochschullehrer im Rentenalter ihr in Jahrzehnten angesammeltes Wissen an junge Menschen weiter.

Wagner blickt auf eine rund 40-jährige Karriere zurück. An der privaten Universität in Bremen-Nord unterrichtet er seit Herbst vergangenen Jahres Studenten in Biophysik und Elektrochemie. Der 68-Jährige forscht an einer der größten aktuellen Gesundheitsbedrohungen: der Resistenz vieler bakterieller Krankheitserreger gegen Antibiotika. Wagner ist beteiligt an einem Projekt, das sich zum Ziel setzt, neue Medikamente zu entwickeln. Wagners besonderes Interesse gilt zudem den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ von allen Zellen, die einen Zellkern besitzen. Sie sind verantwortlich für ihre Energieversorgung und für viele Stoffwechselvorgänge. Mitochondriale Defekte sind laut Jacobs-Uni Ursache für eine Vielzahl von degenerativen Erkrankungen beim Altern wie etwa Alzheimer und in Verbindung mit Krebs.

1972 nahm Wagner sein Chemiestudium an der Technischen Universität in Berlin auf. „Das ganze Leben hat mit Chemie zu tun“, begründet er sein Interesse an der Disziplin. Ungeheure Fortschritte habe es in den vergangenen Jahrzehnten in seinem Fachgebiet gegeben, insbesondere bei der Erforschung der Funktionsweise von Details, von Molekülen und Atomen in biologischen Systemen. „Doch vom Kleinsten ausgehend wieder die großen Zusammenhänge zu verstehen – da ist noch viel Arbeit nötig.“

Warum er sich immer noch in den Dienst von Forschung und Lehre stellt? „Es macht weiterhin sehr viel Freude, zusammen mit jungen Menschen an wichtigen wissenschaftlichen Fragen zu arbeiten“, so Wagner. „Darüberhinaus ist es mir wichtig, der nachwachsenden Generation die allgemeinen Grundprinzipien einer kritischen, immer hinterfragenden Wissenschaft zu vermitteln.“

vr

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