Temperament und ein getanztes Duell

„Soy de Cuba“: Rhythmus im Blut

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Jede Menge Temperament und heiße Rhythmen brachte „Soy de Cuba“ auf die Bühne.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Pures Temperament: Die Tänzer und Tänzerinnen im Cabaret „Soy de Cuba“ haben den Rhythmus im Blut. Die Männer werfen Frauen durch die Luft, überschlagen sich und bauen Straßentanzelemente in traditionelle Tänze wie Rumba, Cha-Cha-Cha oder auch Salsa ein. Die Zuschauer sahen im Mittwochabend im Bremer Metropol-Theater das Tanzmusical „Soy de Cuba“.

Erzähler Luis Carrera spielt zugleich den Betreiber des Cabarets und führt im Plauderton durch den Abend. Er erzählt die Geschichte der jungen Ayala. Auf einer Leinwand sind Berge und idyllische Natur zu sehen. Carrera spricht von einem jungen Mädchen, der Seele eines Dorfes und zum Tanzen geboren.

Das Dorf tanzt: Die Frauen tragen bunte Gewänder. Der Tanz wirkt nicht virtuos, aber fröhlich und gesellig. Die Frauen schwingen ihre Röcke. Die Männer sind hell gekleidet mit Hut. Tanzend und mit einem Winken wird Ayala (Yanetsy Ayala Morejon) verabschiedet, die ihren Traum erfüllen will: in Havanna Tänzerin werden und die große Liebe finden.

Ayala landet im „Soy de Cuba“. Dort ist das Tanzen nicht gemütlich, sondern virtuos und am Limit, dafür sorgt Mario (Dieser Serrano), der Leiter der Tanzgruppe. Tänzerin wird Ayala hier nicht. Carrera gibt ihr einen Job an der Bar.

Von dort erlebt Ayala den Tanzzauber. Die Choreographien sind atemberaubend. Die Männer heben die Frauen an. Diese hängen kopfüber und kerzengerade in den Armen ihrer Tanzpartner, während diese drehend über das Parkett sausen. In kurzen Jeans tanzen die Frauen einen sinnlichen Mambo mit ihren Partnern. Immer wieder: schnelle Sprünge und Tanzfiguren knapp über dem Boden, die an Breakdance erinnern. Tradition und Showtanz kommen zusammen. Die Band ist immer zu sehen. Trompeter Carlos Egar Lorie Guillen begeistert mit schnellen Soli und entlockt seinem Instrument die höchsten Töne.

Ayala bezieht erstmal eine Bleibe in der „Stadt der tausend Säulen“. „Dort gehen die Menschen nicht in die Kirche, sondern tanzen auf der Straße, um ihren Segen zu bekommen“, sagt Erzähler Carrera. Ayala wirkt erst etwas unbeholfen, wird dann aber von ihren munteren Nachbarn mitgenommen. Drummer Jesus Medera Diaz macht zwei Fässer und zwei Eimer zu seinem Instrument. Die Zuschauer ergänzen die rasanten Trommelpassagen mit rhythmischem Klatschen. Ein musikalisches Zwiegespräch, dirigiert vom Aufleuchten der Scheinwerfer in Richtung Publikum. Szenenapplaus!

Im Cabaret verletzt sich eine Tänzerin, ausgerechnet an dem Tag, an dem ein Produzent kommen soll. Mario bringt Ayala die Choreographien bei, und diese brilliert im Auftritt. Doch nicht nur das: Zwischen beiden entflammt eine Liebe. Zuviel für Lola (Cheyla Castellon Jimenez), arroganter Star des Ensembles und Marios Partnerin. Die zwei Frauen liefern sich ein Tanzduell. Schnell, quer durch die Stile und mehrfach unterbrochen durch lange Phasen, in denen sie sich ruhig anstarren. Keine Klärung.

Schließlich bringt Lola Ayalas Koffer mit einem fingierten Brief von Mario. Der merkt das, sucht und findet seine Angebetete. Beide verschmelzen im Tanz. Ayalas Traum ist wahr geworden. Lola ist nicht mehr im Weg. Sie hat ein Engagement in New York bekommen.

Zuschauerin Jessica (37) aus der Wesergemeinde Weyhe tanzt selber Salsa und ist begeistert: „Das war ganz toll. Die Musik ist phantastisch und auch die Tänzer.“ Das Publikum steht auf und bekommt mehrere Zugaben.

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