„Revolverheld“ verwandelt die Bremer Stadthalle in einen Hexenkessel

„Was für ein Wahnsinn!“

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De „Revolverhelden“ um Frontmann Johannes Strate in der Stadthalle.

Bremen - Von Steffen Koller. Heimspiel zum Auftakt: Die Band „Revolverheld“ gastierte am Mittwochabend vor 8500 Zuschauer in der ausverkauften Stadthalle (ÖVB-Arena). Die Musiker um Frontmann Johannes Strate verwandelten mit der Show „MTV Unplugged in drei Akten“ das Haus zweieinhalb Stunden lang in einen Hexenkessel.

25 Quadratmeter Glückseligkeit: So lässt sich wohl trefflich beschreiben, was vielen Zuschauern sprichwörtlich an diesem Abend ins Gesicht geschrieben ist. Das „Unplugged“-Konzert zeigt, dass es die kleinen Dinge des Lebens sind, die wirklich glücklich machen. Im Vergleich zur riesigen Halle wirkt diese fünf mal fünf Meter große Bühne im Herzen der Fans wie eine Insel der Freude – intim, auf Augenhöhe, ganz nah dran.

Und so geben sich die sechs Musiker auch. Ein kurzes Bad in der Menge, abklatschen und ohne viele Worte beginnt der erste Song. Für viele mag das der Inbegriff eines wahr gewordenen Traums sein, der sich im gleichen Moment auch für Sänger Johannes Strate erfüllt.

„Vor 15 Jahren“, schwelgt der 36-Jährige in Erinnerungen, „habe ich beim Bühnenaufbau für die ,No Angels’ geholfen. Jetzt stehen wir selbst hier – was für ein Wahnsinn!“ Strate fasst sich ungläubig an den Kopf, als die Lichter angehen und die komplette Halle erleuchten. „Ein Traum wird wahr – ohne Scheiß!“

Dass dieser Traum wahr werden konnte, stand lange in den Sternen. Bis zwei Tage vor dem geplanten Konzert liegt der Frontmann, der in Worpswede geboren ist, mit „Männergrippe“ flach, absolute Bettruhe wird verordnet. Und ausgerechnet der Mannschaftsarzt des Hamburger SV habe ihn wieder fit gemacht, muss er unumwunden zugeben. Ein kurzes Buhen geht durch die Halle. Es bleibt die einzige Missfallenskundgebung an diesem Abend.

Denn „Revolverheld“ präsentiert sich musikalisch auf hohem Niveau – erwachsen, kombinationsreich, alles andere als beliebig. Klassische Popsongs werden mit Elementen des Hip-Hop, Soul und Rock gemischt, zum Teil finden sich 13 Musiker auf der Bühne wieder.

So unterschiedlich die Klänge von Trompete, Klarinette, Bass und Schlagzeug sind, so gemischt zeigt sich auch das Publikum: pubertierende Mädchen, Männer mit Bierbauch, Frauen jenseits der50, Paare, Singles, Kinder. Doch eines haben alle gemein: Textsicherheit. An manchen Passagen setzt Strate aus, der Chor aus mehr als 8000 Bremer und Buten-Bremer Kehlen ein.

Abschließend bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wozu eigentlich Sitzplätze? Spätestens beim Lied „Lass uns gehen“ hält es kaum noch einen auf den Sitzen, jubelnd springen die Zuschauer auf, klatschen und liegen sich in den Armen.

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