„Revolverheld“ in Bremen

Heimspiel in fast ausverkaufter Stadthalle

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Atmosphärisch durch viele Bildflächen auf der Bühne der Bremer Stadthalle in Szene gesetzt, lässt „Revolverheld“-Sänger Johannes Strate beim fast ausverkauften Konzert seinen Gefühlen freien Lauf.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Das macht die Band „Revolverheld“ nur in Bremen: Sänger Johannes Strate bittet zwei Musiker auf die Bühne, mit denen er früher mal Musik gemacht hat. Darunter ein Mitglied von „Afterburner“. Gitarrist Niels Kristian Hansen und Schlagzeuger Jakob Sinn werden kurz ausgewechselt. Sie sind ja auch HSV-Fans (!).

Die variierte Band spielt „Das W auf dem Trikot“ – ein Stimmungshöhepunkt in der mit gut 8 000 Zuschauern fast ausverkauften Stadthalle (ÖVB-Arena), in der „Revolverheld“ am Montagabend mit der Tour „Zimmer mit Blick“ gastiert. Der verbliebene Band-Gitarrist Kristoffer Hünecke kann mit dem Werder-Song viel anfangen und garniert diesen mit schwungvollen Gitarrenläufen. Grüne und weiße Riesenballons fliegen ins Publikum und werden den Zuschauern hin und her gespielt. Für die Band ist der Bremen-Auftritt eine Art Heimspiel. Sänger Johannes Strate und die Gitarristen Hansen und Hünecke haben in Bremen studiert. Strate hat 25 Jahre in Bremen und „umzu“ gelebt.

„Für mich ist nach Bremen kommen immer etwas Besonderes. Ich weiß noch, wie wir den ersten Auftritt in der ,Lila Eule' gespielt haben. Sieben oder acht Leute waren da. Drei davon waren Freunde von uns“, sagt Strate. Die Band diskutiert kurz, ob es den Club noch gibt. Die Antwort „Ja“ nutzt Strate für einen kleinen Seitenhieb auf den HSV. „In Bremen ändern sich Sachen nicht. Vereine bleiben in der ersten Liga.“ Er erntet Lacher. Später wird er versöhnlicher gegenüber dem HSV und sagt: „Ich wünsche mir nächstes Jahr wieder ein richtiges Nordderby.“ Applaus, die Bremer sind durchaus fair. Strate schätzt, dass die Hälfte des Publikums geklatscht hat.

Begeisterte Fans beim Bremer Konzert der Band „Revolverheld“. Mit deutlich mehr als 8000 Zuschauern war die Stadthalle fast ausverkauft.

„Scheiß auf Freunde bleiben“ wird mit relativ großem Tasteneinsatz eröffnet, etwas ungewohnt, aber Teil einer musikalischen Dramaturgie. Den sentimentalen Strophen steht ein wütender Refrain gegenüber. Dazu treten die Gitarren in den Vordergrund und liefern harte Riffs. Der Song bekommt durch diesen Gegensatz eine extreme Dynamik und verschärft etwas seine Charakteristik. Zum Refrain geht Strate ganz nah an die Fans, direkt hinter der Absperrung streckt er seine Arme immer wieder über die Köpfe der Zuschauer in der ersten Reihe, schwenkt sie. Der ganze Saal macht mit.

Die Band spielt auch ein Akustik-Set, eröffnet mit „Spinner“. Gitarrenakkorde und sehr filigrane Läufe, die Natürlichkeit weckt Stimmung. Nach dem Song sorgt „Revolverheld“ für Wohnzimmerstimmung. Die Musiker holen gut 20 Zuschauer auf die Bühne. Alle bekommen ein Sitzkissen und dürfen es sich auf dem Bühnenboden gemütlich machen. Die Band spielt „Sommer in Schweden“ und „Halt Dich an mir fest“. Strate singt beide Songs im Duett. Zwei Backgroundsängerinnen kommen nacheinander nach vorne ans Mikro.

Revolverheld-Konzert in der Stadthalle

 © Martin Kowalewski
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„Immer noch fühlen“ profitiert von den vielen Bildflächen der aufwendig gestalteten Bühne, die meist die Musiker zeigen. Wie im Video, ist bei dem Song eine riesige Auswahl alter Musikcassetten zu sehen. Der Song wird durch einen Countdown unterbrochen. Die Band zieht sich um und kehrt in weißen Bomberjacken zurück. Ein Boygroup-Set beginnt. Synchrontanz, Betonung des Bizeps, zackige Seitbewegungen. „Wer sind schon die ,No Angels'“?, fragt Strate nach dem Song. Vor Jahren hat er im Nebenjob in der Stadthalle die Bühne für die „No Angels“ mit aufgebaut.

„Das war der Hammer“, sagt später eine Zuschauerin aus Brake übers Konzert. Recht hat sie!

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