Bremer entwickeln getriebefreien Generator für die Windindustrie

Revolution auf dem Turm

Bremen - Von Jörg EsserBREMEN · Der Generator funktioniert ohne Getriebe. Er basiert auf einer Weiterentwicklung der Transversalflusstechnologie. Und er hat das Zeug dazu, „die Windstromerzeugung zu revolutionieren“, sagt Dr. Norbert Götschmann, Entwicklungsleiter beim traditionsreichen Bremer Maschinenbauunternehmen Lloyd Dynamowerke (LDW).

Die Transversalflusstechnologie ermöglicht in der Windkraftindustrie Materialeinsparungen. Es wird weniger Kupfer benötigt, weniger Dynamoblech. Und weniger Stahl für die Turmkonstruktion bei Offshore-Anlagen. Ohne Getriebe wird der Verschleiß reduziert. Und es wird kein Getriebeöl gebraucht. Das entlastet auch noch die Umwelt.

LDW und das Bremer Centrum für Mechatronik (BCM) haben mit finanzieller Unterstützung aus dem Umweltressort einen Prototyp mit 50 Kilowatt Leistung entwickelt. Der läuft. „Die Funktionalität der Transversalflusstechnologie ist nachgewiesen“, sagt Götschmann. Mit einem symbolischen Knopfdruck startete Loske gestern den Probelauf für den getriebefreien Generator.

Doch jetzt geht’s erst richtig los. LDW und das BCM wollen die Marktreife der „revolutionären“ Generatoren nachweisen. Ziel sei es, die Leistung um das 20-Fache auf ein Megawatt (MW) hochzuschrauben. Dr. Holger Raffel vom BCM formuliert es so: „Wir suchen eine windmarktrelevante Lösung.“ Kollege Götschmann sagt: „Wir wollen auf den Turm kommen.“ Ins Herz der Windräder sozusagen.

Die Entwicklung eines serienreifes Generators wird mit Mittel des EU-Projekts „Wingy-Pro“ gefördert. Neben LDW und dem BCM sind vier weitere Partner aus Deutschland, den Niederlanden und Rumänien an dem EU-Projekt beteiligt. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt. Brüssel blättert 2,5 Millionen Euro auf den Tisch, 1,5 Millionen davon fließen nach Bremen.

Entwickler Götschmann ist zuversichtlich, dass sich in zwei bis drei Jahren die ersten Windräder mit Antrieb durch die Transversalfluss-Generatoren aus Bremen drehen – „wenn nicht in Deutschland, dann in Fernost“. Ein Prototyp ist im Januar an den chinesischen Huali-Konzern geliefert worden. Es gibt weitere Aufträge. Und einen Vorvertrag für eine Serienfertigung.

LDW jedenfalls spürt Rückenwind. Das 1915 gegründete und seither am Hastedter Osterdeich ansässige Unternehmen gehört seit September 2008 dem börsennotierten indischen Kirloskar-Elektrik-Konzern. LDW beschäftigt 250 Mitarbeiter.

WWW.

lloyd-dynamo.de

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