„Bauen für Bremen – Architektur in der Hansestadt“: Domshof 25

Repräsentativer roter Stein

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Die Deutsche Bank am Domshof – gebaut anno 1891 aus rotem Maintal-Sandstein. ·

Bremen - Von Thomas KuzajÜber das Gebäude nebenan wird gegenwärtig viel geschrieben und gesprochen. Und das, obwohl es mehr und mehr verschwindet. Der Landesbank-Abbruch zieht viele Blicke auf sich. Doch es lohnt sich, am Domshof auch mal einen Blick auf das Gebäude rechts neben der Baustelle zu werfen.

Es ist ebenfalls ein Bankgebäude, und mit seiner dunkelroten Fassade sowie durch seine Größe zählt es zu den prägenden Bauwerken des Domshofs – das Gebäude der Deutschen Bank mit der Adresse Domshof 25. Errichtet in den Jahren 1889 bis 1891 von den Architekten Wilhelm Martens (Berlin) und Friedrich Wilhelm Rauschenberg (Bremen). Gebaut aus rotem Maintal-Sandstein im damals zeitgenössischen und beliebten Stil des Historismus.

Wilhelm Martens (1842 bis 1910) war Hausarchitekt der Deutschen Bank in Berlin. Er galt als Spezialist für Bankgebäude. Von ihm stammt der Entwurf für den Domshof 25. In Bremen baute Martens auch für die Sparkasse, und zwar im Jahr 1906 das Eckhaus Brill/Bürgermeister-Smidt-Straße.

Nicht irgendein Bankgebäude also, sondern das repräsentative Haupthaus der Sparkasse – errichtet auf dem früheren Areal eines Mädchenwaisenhauses. Im Jahr 1907 schaute sich Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich den neuen Sparkassen-Sitz an.

Doch zurück an den Domshof, wo Martens Jahre vor dem Sparkassen-Auftrag eben für die Deutsche Bank baute – auch hier repräsentativ, ja: geradezu wuchtig. Das Repräsentationsbedürfnis war zu Kaisers Zeiten eben sehr ausgeprägt.

Hier, am Domshof, arbeitete Martens mit dem Bremer Architekten Friedrich Wilhelm Rauschenberg (1853 bis 1935) zusammen, der in der Hansestadt etliche Wohn- und Geschäftshäuser geplant hat – in der Regel im Stil der Neorenaissance. Am Domshof kümmerte er sich vor allen Dingen um die Bauausführung.

Für das Deutsche-Bank-Gebäude waren mehrere ältere Wohn- und Geschäftshaus abgerissen worden. Vor dem Umzug zum Domshof hatte die Deutsche Bank ihre Bremer Filiale an der Katharinenstraße gehabt. Der Martens- und Rauschenberg-Bau am Domshof wurde 1981 unter Denkmalschutz gestellt – 90 Jahre nach seiner Fertigstellung.

Sein Bau fiel in eine Zeit, in der sich der Domshof gerade deutlich veränderte – hier entstand plötzlich eine Art „Bankenviertel“. Schräg gegenüber zum Beispiel, am Domshof 8–9, errichteten Albert Diedrich Dunkel (1856 bis 1905) und Diedrich Tölken (Lebensdaten nicht bekannt) von 1902 bis 1904 das Gebäude der Bremer Bank (Dresdner Bank). Auch dies ein mächtiger Repräsentationsbau, der das Auge des Betrachters tüchtig beschäftigt.

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