Rennverein betreibt „Alltagsgeschäft mit Herzblut“ / Saisonauftakt am Karfreitag

Die Zukunft bleibt ungewiss

Daniel Krüger (v.l.), Tonya Rogge und Frank Lenk ziehen die Strippen im Vorstand des Rennvereins.
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Daniel Krüger (v.l.), Tonya Rogge und Frank Lenk ziehen die Strippen im Vorstand des Rennvereins.

Bremen - Von Jörg Esser. „Das schwerste Rennen läuft außerhalb der Bahn“, sagt Frank Lenk aus dem Vorstand des Bremer Rennvereins. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Und gegen Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Der will das Areal der Galopprennbahn in der Vahr in eine Wohnbaufläche verwandeln. „Noch liegt keine Kündigung vor“, sagt Lenk.

Noch nicht. Aber der Rennverein geht davon aus, dass die Kündigung für das Gelände noch in diesem Jahr eintrifft und damit 2017 die letzten Galopprennen auf dem Turfgelände in der Vahr stattfinden. Vorstandskollege Daniel Krüger spricht von einem Schlag in die Magengrube. Er kann nicht nachvollziehen, dass „die Stadt eine Sportart plattmachen will“. Die Renntage auf der Galopprennbahn seien „ein Kulturgut“ mit 160-jähriger Geschichte und ein „attraktives Freizeitangebot“. 3000 bis 5000 Besucher kommen pro Renntag, sagt Krüger. Und weiter: „Für um die zehn Euro Eintritt gibt es sechs Stunden Programm.“ Der Wettumsatz lag im Jahr 2015 bei 600000 Euro.

Der Rennverein sucht zudem nach Alternativen, um den Galoppsport in Bremen zu erhalten. „Es gibt nicht einfach Plan B, es gibt unterschiedliche Überlegungen“, sagt Lenk. „Das ist ein schwieriger Prozess. Da gilt es, viel auszuloten.“ Konkreter wird er nicht. „Der Prozess ist noch lang. Es kann viel passieren.“

Das Aus ist noch Zukunftsmusik. „Die Emotionen sind der Realität gewichen“, fährt Lenk fort. „Wir betreiben unser Tagesgeschäft mit Hingabe und Herzblut.“ Das Tagesgeschäft sind in diesem Jahr sechs Renntage. Los geht es in zwei Tagen – am Karfreitag, 25. März.

„Das Geläuf ist in einem Top-Zustand“, sagt Tonya Rogge, Präsidentin des Rennvereins. Acht Rennen mit insgesamt 89 Startern stehen auf dem Programm. Der erste Start ist um 13.30Uhr geplant, Einlass ist ab 12 Uhr. Eintritt: 9,50Euro für Leute ab 15 Jahre. „Acht der zehn besten deutschen Jockeys sind dabei“, so Rogge. „Die Bremer Bahn hat Strahlkraft“, wirft Krüger ein. So schickt auch ein Scheich aus Dubai am Karfreitag eines seiner Top-Pferde in der Vahr an den Start.

Der nächste Renntag geht dann am Dienstag, 17.Mai, über die Bahn und wird gemeinsam mit dem französischen Wettmakler PMU veranstaltet. Das Besondere: Alle Bremer Rennen werden live nach Frankreich übertragen. Vom dortigen Wettumsatz erhalten die Bremer drei Prozent. „Bei zwei Millionen Euro Gesamtumsatz lohnt sich das“, sagt Krüger. Es folgen dann in diesem Jahr weitere vier Sonntagsrenntage – am 26.Juni, am 7. August, am 23. Oktober und am 27.November.

Laut Rogge gibt es für Veranstaltungen auf der Galopprennbahn „jede Menge Anfragen“. Unter anderem liefen Gespräche, die sich ums Public Viewing während der Fußball-Europameisterschaft drehen. Im Sommer ist zudem ein „Fun-Run“ auf dem Turfgelände geplant. Und ab 9.April steht an jedem Sonnabend ein Flohmarkt im Veranstaltungskalender.

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