Initiative übergibt Unterschriftenpaket

Rennbahnareal soll unbebaut bleiben

Karin Kauertz (l.), Andreas Sponbiel und Heidemarie Diederich (r.), von der „Bürgerinitiative Rennbahn Bremen“ übergeben Evelyn Temme mehr als 4. 000 Unterschriften. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Es ist eine gewichtige Kiste, voll mit Papier. Sie wird in die Räume des Landeswahlleiters getragen. Zwölf Mitglieder der „Bürgerinitiative Rennbahn Bremen“ übergeben an diesem Donnerstag mehr als 4. 000 Unterschriften an Wahlbereichsleiterin Evelyn Temme.

Mit in der Kiste liegt ein Antrag mit der Forderung: „Keine Nutzung des Geländes der inzwischen geschlossenen Galopprennbahn für Wohnbau oder Industrieansiedelung.“ Das Gelände solle für Sport und Erholung da sein. Die Landesregierung will dagegen bis zu 1. 000 Wohnungen auf dem 30  Hektar großen Gelände bauen lassen. Insgesamt hat die Bürgerinitiative mehr als 5 .000 Unterschriften gesammelt, so Karin Kauertz von der Initiative. „Wir haben mehr als 4.000 beim Bürgeramt beglaubigen lassen. Das reicht.“ Der beigefügte Antrag füllt ein Doppelblatt. Ziel der Initiative ist ein Volksbegehren.

Nun werden Temme und ihr Team das nochmal prüfen. „Wir zählen nach. Wenn es 4. 000 sind, bekommt der Senat den Zulassungsantrag“, sagt Temme. „Der prüft dann die Rechtmäßigkeit des Antrags.“ Nächste Woche dürfte der Antrag zum Senat gehen, so Temme.

Sollte der Senat den Antrag annehmen, braucht die Initiative mehr als 21 200 Unterschriften für ein Volksbegehren. Dann wäre die Bürgerschaft gefragt. Lehnt diese den Antrag ab, gäbe es einen Volksentscheid. „Gerade vor der Wahl sind Leute gerne bereit, so etwas zu unterschreiben. Wenn wir bei einem Volksentscheid auf den Wahlzettel kommen, bin ich mir sicher, dass die Leute grün statt Beton wählen“, sagt Andreas Sponbiel, Sprecher der Initiative.

Von den Mitgliedern der Bürgerinitiative ist nun Geduld gefragt, denn der Senat hat für die Prüfung zwei Monate Zeit. Zurzeit ist die Stimmung bei den Gegnern der Bebauung des Rennbahngeländes gut. „Über eine Anfrage an die Baudeputation seitens der CDU kam heraus, dass auf der Rennbahn ein Gewässer unter Naturschutz und zwei unter Biotopschutz stehen“, sagt Sponbiel. „Dafür kann man zwar Ausgleichsflächen schaffen. Aber es ist auch eine Fauna mit seltenen Tieren wie Libellen und Fledermäusen entstanden.“ Dieses würde bei einer Bebauung zerstört.

Zum Umgang mit solchen ökologischen Gegebenheiten wollte sich Jens Tittmann, Sprecher beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, nicht äußern. „Das Projekt steht noch sehr weit am Anfang. Man kann dazu einfach noch nichts sagen.“

Am 31. August plant das Bauressort eine Begehung des Geländes mit anschließender Diskussionsveranstaltung. Treffpunkt: Tribüne und Turflounge, Ludwig-Roselius-Allee 4, um 16 Uhr.

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