Straßenbahnhistoriker tagen in Bremen

„Relativ schlichtes Stück Technik“

Das Straßenbahnmuseum „Depot“ in Sebaldsbrück beherbergt auch diese beiden historischen Triebwagen, die immer noch bei Stadtrundfahrten zum Einsatz kommen. - Foto: Esser

Bremen - Historische Straßenbahnen und Omnibusse sind Sympathieträger und Werbebotschafter für den öffentlichen Personennahverkehr. In Bremen wurde im Jahr 1962 mit der „Molly“ (Baujahr: 1900) die erste längst ausrangierte Straßenbahn restauriert. Seit 1989 kümmert sich der „Verein der Freunde der Bremer Straßenbahn“ um die Museumswagen und die Straßenbahngeschichte. Der Verein betreibt das Straßenbahnmuseum „Das Depot“ in Sebaldsbrück und hat derzeit rund 175 Mitglieder.

Und die Bremer Straßenbahnfreunde sind bis Sonntag Gastgeber der 28. Europa-Tagung der Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr (AHN). Dazu haben Straßenbahnvereine aus Dänemark, Großbritannien, Italien, Norwegen, Österreich, der Schweiz und aus ganz Deutschland rund 110 Vertreter zum Erfahrungsaustausch in die Hansestadt geschickt. 40 Organisationen sind angemeldet. Tagungsort sind die Räume des „Martinsclubs“ am Buntentorsteinweg. Stephan Wurst, Vorsitzender der Freunde der Bremer Straßenbahn, sagt: „Tagungsthema ist der Erfahrungsaustausch und die rechtzeitige Weitergabe von Wissen von Generation zu Generation.“

Die AHN hat es sich zum Ziel gesetzt, die „Geschichte der Mobilität“ zu bewahren. So gibt es auf der ganzen Welt engagierte Menschen, die alte Straßenbahnen restaurieren und nach Möglichkeit auch fahrbereit halten. „Eine alte Straßenbahn ist ein relativ schlichtes Stück Technik“, sagt Wurst. Nur braucht es Leute, die wissen, wo sie den Lötkolben oder den Hammer ansetzen müssen. „Man könnte Straßenbahnen noch heute so zusammenbauen wie in den Jahren um 1900“, fährt er fort, „man muss nur wissen, wo es die Teile gibt.“

Auch dabei hilft der Austausch mit Vereinen aus Deutschland und „umzu“. Die jährlichen Kongresse sind so etwas wie Kontaktbörsen. Kongresssprache ist übrigens Deutsch.

Auf der Tagung gibt es jede Menge Vorträge. Und Stadtrundfahrten mit den historischen Straßenbahnen. Im „Depot“ warten fünf Trams auf ihren Einsatz. Der jüngste betriebsbereite Oldie ist etwa 50 Jahre alt. Hinzu kommt die „Molly“, die das Logo des Vereins ziert. Sie darf auf die Gleise, aber nur ohne externe Fahrgäste. - je

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