BSAG-Baustelle vor dem Hauptbahnhof: Bussteige verlegt, Bahnen fahren weiter

Rekordverdächtige 900 Meter

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Die Straßenbahn Richtung „Stern“ fährt noch, während „nebenan“ die Asphaltschicht schon aufgebrochen wird. Eng geht es zur Zeit rund um den Bahnhof zu: Bahnen, Baufahrzeuge und Fußgänger (Querung im Vordergrund) müssen Rücksicht aufeinander nehmen.

Bremen - Von Ralf Sussek. Das mögliche Chaos ist bislang ausgeblieben. Die Riesenbaustelle rund um den Hauptbahnhof sorgt zwar für viele Fragen oder zumindest fragende Gesichter bei den Fahrgästen der Bremer Straßenbahn AG. Doch noch ist die BSAG im Zeitplan. Ändern könnte sich das während der Power-Baustellen an vier Wochenenden bis Ende August.

„Wo fährt denn hier die 26 ab?“, fragt eine junger Mann. BSAG-Pressesprecher Andreas Holling, in der Nähe der Baustelle mit leuchtend roter Warnweste unterwegs, will erstmal wissen: „In welche Richtung wollen Sie denn?“ Weidedamm, lautet die Antwort. Holling weist den Weg zum Ausweichsteig Q unter der Hochstraße. Ein „Danke“? Fehlanzeige. Keine Zeit sich vielleicht zu ärgern. Neue Frage, neue Linie. Doch die junge Frau muss nicht nach einem Ausweichsteig suchen. Sie will mit einer Straßenbahn fahren – und die fahren weiterhin alle vor dem Bahnhof ab.

Absperrungen, beleuchtete Schranken – das ist das beherrschende Bild am Bahnhof in diesen Tagen.

Rund 2100 Busse und Bahnen halten durchschnittlich am Hauptbahnhof, etwa 100.000 Menschen sind hier täglich unterwegs. Jetzt, in den Ferien, ist es allerdings merklich ruhiger. Was die Zeit für die gerade angelaufene Baumaßnahme ideal macht. In rund elf Wochen Bauzeit (bis Sonntag, 10. September) will die BSAG Weichen, Kreuzungen und Bögen der Straßenbahngleise zwischen Bahnhofsplatz, An der Weide, Gustav-Deetjen-Tunnel und Bahnhofstraße auf rund 1 850 Metern erneuern. Die stammen zum großen Teil noch aus dem Jahr 1985,

Straße vor dem ehemaligen Postamt 5 aufgerissen

„Mir den geraden Stücken haben wir keine Probleme“, sagt Holling. Die bleiben unangetastet, weil sie weniger beansprucht und deshalb in gutem Zustand sind. Zur Zeit wird die Straße vor dem ehemaligen Postamt 5 aufgerissen; die Gleise liegen noch, die Bahnen fahren darüber.

Die heiße Phase beginnt am ersten Power-Wocheende (Freitag, 7. Juli, 21 Uhr bis Montagmorgen, 10. Juli, 3 Uhr). Dann werden statt der bisher 50 rund 100 Arbeiter auf der Baustelle werkeln. Das ist auch nötig, schließlich werden 900 Meter Gleise getauscht, sagt Andreas Probian, der Bauoberleiter Gleisbau bei der BSAG. Rekordverdächtig ist allein schon diese Zahl. Dazu kommen Weichen und Kreuzungen – und dann können eben auch Straßenbahnen nicht mehr vor dem Bahnhof abfahren. Da kann sich fast schon glücklich nennen, wer nicht auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen ist. Obwohl auch Autofahren in Bremen gerade ebenfalls wenig Spaß macht. Die weiteren Power-Wochenenden: 14./17. Juli, 11./14. und 18./21. August.

Hier fahren nur noch Straßenbahnen, die Busse müssen ausweichen. Die angeschlagenen Buslinien sind überklebt.

Das Wetter spielt bislang auch mit: Nicht zu warm, nicht zu nass, sagt Probian. Er hofft, dass das auch bei den anstehenden Gleis- und Asphaltarbeiten so bleibt. Die werden im Übrigen bis in die Bahnhofstraße fortgesetzt – „die Bahnen können ja sowieso nicht fahren“, sagt Holling. Also wird die Gelegenheit zum Austausch der Gleise genutzt

Ursprünglich waren die Gleistauschmaßnahmen (Kosten rund 4,5 Millionen Euro) bereits für das vergangene Jahr geplant, doch das Absacken der Gleise – möglicherweise durch die Großbaustelle vor dem Bahnhof bedingt – machte den Verkehrsbetrieben einen Strich durch die Rechnung. Nun wird automatisch und manuell gemesssen, ob sich das Bodenniveau verändert. Die gute Nachricht: Bislang ist alles im Rahmen, und die BSAG ist zuversichtlich, dass das so bleibt, sagt Holling.

Alle Infos gibt es auch noch einmal auf der Homepage der BSAG.

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