Mit Weihnachtsumsatz „verhalten zufrieden“

Rekordmontag rettet die festliche Bilanz der Bremer Kaufleute

Hochbetrieb herrschte in der Sögestraße in der Vorweihnachtszeit. Foto: KOWALEWSKI
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Hochbetrieb herrschte in der Sögestraße in der Vorweihnachtszeit.

Bremen - Etwa 937 Millionen Euro beträgt nach einer Schätzung des Handelsverbands Nordwest der im Land Bremen erreichte Umsatz im Vorweihnachtsgeschäft (November und Dezember), drei Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 790 Millionen auf die Hansestadt Bremen und 147 Millionen auf Bremerhaven.

Allerdings seien viele Händler mit der Woche vor Weihnachten, traditioneller Umsatzhöhepunkt, nicht zufrieden. Diese blieb hinter den Erwartungen zurück, sagt Jan König (44), Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands. Die Kaufleute seien insgesamt „verhalten zufrieden“. Ein Problem gerade für kleine Geschäfte sei die Tendenz zum Online-Handel, der für diese eine größere Herausforderung darstelle, als für Großunternehmen. Von den 102,4 Milliarden Euro bundesweiten Umsatz würden 15 Milliarden auf den Online-Handel entfallen. Noch 2009 habe das Onlinegeschäft bei vier Milliarden Euro gelegen.

Eine andere Bilanz zum Weihnachtsgeschäft zieht Jan-Peter Halves (54), Geschäftsführer der City-Initiative Bremen. Gerade zum Schluss habe man einen enormen Ansturm verzeichnet. Er spricht von einem außerordentlich guten Montag vor Heiligabend. „Das war unglaublich, vielleicht der stärkste Montag aller Zeiten und der viertstärkste Einkaufstag des Jahres.“

Innenstadt Bremen: Nichts los an Heiligabend

Kaum was los sei dagegen an Heiligabend gewesen und auch nach den ersten zwei Wochen habe es eine Delle gegeben. Ansonsten hätten die Passantenzählsysteme keine gravierenden Veränderungen zum Vorjahr festgestellt. Die höchsten Zahlen sind in der Sögestraße zu verzeichnen, etwa 90.000 an Sonnabenden vor einem Adventssonntag. Insgesamt sei man zufrieden.

Karsten Nowak, Geschäftsführer im Bereich Einzelhandel der Handelskammer Bremen, IHK für Bremen und Bremerhaven spricht von einer stetigen Umsatzsteigerung. „In den vergangenen zehn Jahren ging es nur bergauf.“ 460 Euro haben die Bremer nach Schätzung des Handelsverbands Nordwest für Geschenke ausgegeben, 15  Euro weniger als der Bundesdurchschnitt. Nowak kennt weitere Trends. Geldgeschenke und auch Gutscheine lägen weit oben. Im Bereich Spielzeug würden mehr als 25 Prozent des Gesamtumsatzes im November und Dezember gemacht, bei Büchern, Uhren und Schmuck etwa 23 Prozent, bei Elektroartikeln und Kosmetik mehr als ein Fünftel.

Weihnachtsgeschenke: Bücher laufen gut

Die wirtschaftliche Gesamtlage sei auf der Seite des Weihnachtsgeschäfts gewesen. „Wir haben gute Grundbedingungen. Der Arbeitsmarkt ist in Ordnung, wir haben Lohnsteigerungen und es ist derzeit nicht attraktiv, Geld zu sparen“, sagt Nowak. Die Kunden gingen auch in die großen Einkaufszentren am Stadtrand. Darum bliebe das Geschäft in der Innenstadt eher konstant, ohne deutliche Steigerungen. Auch Halves sieht nicht nur Gewinner beim Weihnachtsgeschäft. Schon seit Jahren würden Textilien im Weihnachtsgeschäft eine geringere Rolle spielen. Gut dagegen würden Elektronik und Hardware, außerdem Bücher laufen. Auch Erlebnisangebote spielen eine bedeutende Rolle.

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