Handelskrankenkasse legt Bilanz für 2016 vor / Wachstum bei Versicherten

Rekord und Überschuss

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Die HKK an der Martinistraße. Die Kasse meldet 22,2 Prozent Versichertenwachstum.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Das Jahr 2016 ist sehr gut gelaufen und der Erfolg hält an“, sagt Michael Lempe, Vorstand der Handelskrankenkasse (HKK, Sitz: Martinistraße). Am Freitag präsentierte er den aktuellen Geschäftsbericht – und meldete dabei ein Rekord-Versichertenwachstum um 22,2 Prozent sowie einen Finanzüberschuss von 48,2 Millionen Euro.

Diese Krankenkasse ist gesund, um es knapp zusammenzufassen. Lempe sieht einen wesentlichen Grund für die Geschäftsentwicklung in dem vergleichsweise geringen Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent, der die HKK bereits seit Anfang 2015 zur günstigsten unter den deutschlandweit wählbaren Krankenkassen macht. Im Vergleich zu regionalen Kassen sei die HKK in 13 der 16 Bundesländer Preisführer.

Kostenvorteile, auf die etliche Kunden achten – auch im Netz. „Mehr als die Hälfte der Neuversicherten kommt über das Internet zu uns“, sagt Lempe. Insgesamt sei die HKK „um mehr als ein Viertel größer geworden“ – sprich: 2016 kamen mehr als 100.000 Neukunden hinzu.

Die Handelskrankenkasse ist mittlerweile eine der größten gesetzlichen Kassen. Die Zahl der beitragszahlenden Mitglieder – im Jahresdurchschnitt betrachtet – stieg 2016 um 24,5 Prozent auf 367 913 Personen. Einschließlich der Familienversicherten waren 2016 im Jahresdurchschnitt 485.892 Menschen bei der HKK versichert.

Neukunden mit wenig Leistungsbedarf

Die internetaffinen Neukunden mit hohem Bildungsgrad sorgen zudem für eine sehr gesunde Versichertenstruktur – dem überdurchschnittlichen Versichertenwachstum stehe ein unterdurchschnittlicher Leistungsbedarf der Neukunden gegenüber, hieß es am Freitag in den Räumen an der Martinistraße. Mit einem durchschnittlichen Alter von 40,6 Jahren sind die HKK-Versicherten deutlich jünger als im Branchenmittel (44,6 Jahre). Niedrige Verwaltungskosten hätten ebenfalls zu dem guten Finanzergebnis beigetragen.

Im vergangenen Jahr sparten die HKK-Mitglieder den Angaben zufolge durch den niedrigen Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent (Branchendurchschnitt: 1,1 Prozent) mehr als 40 Millionen Euro an Beiträgen ein. „Im Vergleich zu einer durchschnittlich teuren Kasse sparen HKK-Mitglieder abhängig vom Einkommen bis zu 266 Euro pro Jahr, im Vergleich zu einer teuren Kasse bis zu 579 Euro“, so die Rechnung. Mit einem Kassenwechsel könne man zuweilen mehr sparen als durch einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters.

48,2 Millionen Euro für die Rücklagen

Der Überschuss von 48,2 Millionen Euro fließt in die Rücklagen. Insgesamt sind die Betriebsmittel und Rücklagen damit auf fast 300 Millionen Euro gesteigert worden. Das ermögliche „auch in den nächsten Jahren eine ausgeprägte Beitragsstabilität“, so Lempe weiter. Die Einnahmen der HKK im Jahr 2016 betrugen 1,19 Milliarden Euro, die Ausgaben sanken auf 1,14 Milliarden Euro.

Die HKK hat mehr als 900 Mitarbeiter. 2016, so Lempe, wurden 79 Arbeitsplätze neu geschaffen. Für das laufende Jahr seien 70 neue Vollzeitstellen geplant. Die vielen Mitarbeiter brauchen auch Platz. Die Kasse hat zusätzliche Räume an der Langenstraße und in der Nähe der Jugendherberge angemietet.

Für die nähere Zukunft sind weitere Online-Services geplant – so ein Portal für Anträge und Bescheinigungen.

Von der Politik wünscht Lempe sich unter anderem eine „manipulationsresistente“ Gestaltung des Risikostrukturausgleichs: „Er ist in seiner jetzigen Form unfair.“

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