Übernachtungszahlen steigen erneut

Bremer Tourismus-Bilanz: Rekord im Stadtmusikantenjahr

Allein die Schwergutmesse „Breakbulk Europe“ in den Hallen auf der Bürgerweide hat etwa 10 000 Besucher nach Bremen gelockt. Geschäftsreisende tragen stark zu den guten Bremer Übernachtungszahlen bei. Foto: WIRTSCHAFTSRESSORT
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Allein die Schwergutmesse „Breakbulk Europe“ in den Hallen auf der Bürgerweide hat etwa 10 000 Besucher nach Bremen gelockt. Geschäftsreisende tragen stark zu den guten Bremer Übernachtungszahlen bei.

Bremen - Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin abgesagt, Luftverkehr nach China lahmgelegt – Corona hat die Reisebranche zunehmend im Griff. Was noch kommt, kann niemand vorhersehen. In Bremen wurde am Montag auch erstmal zurückgeblickt: Tourismus-Bilanz für 2019 – das Stadtmusikanten-Jubiläumsjahr brachte neue Rekordzahlen.

Seit zehn Jahren in Folge steigen die Übernachtungszahlen in der Stadt Bremen, so das Wirtschaftsressort. Die Zahl der Touristen und Geschäftsreisenden habe in der Stadt erneut einen Höchststand erreicht: Von Januar bis Dezember vergangenen Jahres verzeichnete das Statistische Landesamt exakt 1 258 022 ankommende Gäste in den – wie es im Behördendeutsch heißt – „gewerblichen Beherbergungsbetrieben“. Das entspricht einem Plus von 7,9 Prozent.

Die Übernachtungen stiegen im gleichen Zeitraum um 9,9 Prozent auf 2 350 379. Im Land Bremen waren es 1 510 705 Ankünfte (ein Plus von 7,1 Prozent) und insgesamt 2 815 631 Übernachtungen (8,7 Prozent Zuwachs).

Die Steigerungsrate bei den Übernachtungszahlen liege deutlich über dem Bundesdurchschnitt, so Bremens Touristik-Guru Peter Siemering in seiner letzten Bilanzpräsentation vor dem Ruhestand. Dass Bremen mehr Hotels habe als noch vor wenigen Jahren, wirke sich ebenfalls aus. Für 80 Prozent der Übernachtungen in der Stadt Bremen sind deutsche Gäste verantwortlich. International liegen die Holländer inzwischen auf dem ersten Rang, gefolgt von Briten und US-Amerikanern.

„Steigende Touristenzahlen sind wichtig für Bremen“, sagt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). Mehr als 33 000 Menschen würden im Bundesland Bremen direkt vom Tourismus leben. Vogt mahnte, aktiv zu bleiben: „Wir befinden uns in Konkurrenz, Städtereisen sind im Trend.“ Ein in der bremischen Tourismusstrategie festgeschriebenes Ziel ist die jährliche Steigerung der Übernachtungszahlen um fünf Prozent bis 2025 – sprich: auf etwa 2,9 Millionen in der Stadt Bremen.

Auch klassische Werbeträger ziehen noch: Broschüren und Bleistifte mit Bremen-Botschaften.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Geschäftstourismus. Siemering: „Etwa 60 Prozent aller Übernachtungen in den gewerblichen Betrieben werden durch Geschäftsreisende gebucht.“ Also braucht Bremen Messen, Kongresse, große internationale Branchentreffen – wie beispielsweise die Schwergutmesse „Breakbulk“ mit 10 000 Teilnehmern. Ende Mai wird sie zum dritten Mal in Bremen sein. Auch für 2021 haben die britischen Veranstalter Bremen nochmal eine Zusage gegeben. „Danach sind wir dann raus“, so Siemering.

Was aber nicht bedeutet, dass Bremen sich nicht wieder um die „Breakbulk“ bemühen wird. Viele Gäste dürften in diesem Jahr auch das International Coral Reef Symposium (Juli; 3 000 Wissenschaftler und Korallenforscher) und die „Space Tech Expo“ (Herbst, 4 500 Teilnehmer) nach Bremen locken.

Für Städtereisende, die nicht beruflich oder dienstlich unterwegs sind, setzen Bremens Tourismusstrategen bei der Wirtschaftsförderung auf Anlässe. „Städtereisen sind in der Regel anlassbezogen – Familienfeste, Kongresse, Veranstaltungen und Ausstellungen“, so Siemering. Auf Familienfeste haben die Planer keinen Einfluss, ansonsten aber gilt das Ziel: Ein Top-Ereignis pro Monat. Das kann zum Beispiel ein Kultur-Event sein. Oder eine Ausstellung. Mit Blick auf die Korallenforscher bereitet das Übersee-Museum eine Schau über Korallenriffe vor, die vom 12. Juni bis zum 15. November dauert.

Darüber sprechen wollte man auch auf der ITB; Bremens 35-köpfiges Team hatte mehr als 100 Termine vereinbart. Alles gestrichen wegen Corona. Und sonst? Ja, es gebe „reichlich“ Stornierungen aus China. Bei den Übernachtungszahlen liege man so deutlich über dem formulierten Steigerungs-Ziel von fünf Prozent, dass die Stornierungen aus China Siemering keine Sorgen bereiten.

Rekordwerte meldet derweil auch Bremerhaven: 465 252 Übernachtungen (3,2 Prozent Zuwachs); außerdem 248 000 Kreuzfahrtgäste.

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