Von Rekord zu Rekord

Stiftungsfest der Eiswette: 467. 760 Euro für die Seenotretter

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Die Füllhalter funktionierten nicht, am Ende griff man zum Filzschreiber – bei der Eintragung ins Goldene Buch. Von links: Zeremonienmeister Stefan Bellinger, Bürgermeister Carsten Sieling, Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Miele-Chef Reinhard Zinkann.

Bremen - Schon wieder ein Rekordjahr bei der Eiswette. Bei dem Kohl- und Pinkel-Festmahl im Congress Centrum auf der Bürgerweide sind am Sonnabend 467 760 Euro und vier Cent zusammengekommen. Traditionsgemäß fließt das Geld an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die Seenotretter haben ihren Sitz in Bremen.

Rückblende: 2016 hatten die 800 Herren beim Stiftungsfest der Eiswette 450. 000 Euro für die Seenotretter gesammelt, im vergangenen Jahr sind es insgesamt 450 .238,97 Euro gewesen – auch das war schon ein stolzer Rekord. Und eben der wurde in diesem Jahr noch überboten.

Ehrengäste beim 189. Eiswettfest waren Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr, Jahrgang 1966, und Miele-Chef Reinhard Zinkann (58). Er ist der Urenkel des (gleichnamigen) Miele-Mitbegründers Reinhard Zinkann (1869 bis 1939). Spohr hatte nach seinem Studium in Karlsruhe als junger Diplom-Wirtschaftsingenieur die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen besucht. Beim Eiswettfest hielt er nun die „Deutschland- und Bremen-Rede“. Zinkann hielt die Gästerede.

Viel Prominenz im Saal

An den 50 weiß gedeckten Tischen – wie Eisschollen im Saal verteilt – fand sich noch mehr Prominenz. So zum Beispiel Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Und Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts. Münch, früher Innen-Staatsrat und Polizeipräsident in Bremen, lebt mit seiner Familie in Weyhe. Er war im vorigen Jahr Ehrengast gewesen.

Wie Eisschollen wirken die 50 weiß eingedeckten Tische der Eiswettgesellschaft im Congress Centrum.

Nun war er wieder mit von der Partie – bei einer Traditionsveranstaltung, die einen Gast etwa siebeneinhalb Stunden lang in Anspruch nimmt. Zeit für viele Gespräche, für Netzwerkarbeit im Sinne Bremens – so sehen es die Organisatoren des Eiswettfests. Auch der Genussaspekt kommt nicht zu kurz. Zu Kohl und Pinkel (Chefkoch: Marcel Thomas, Maritim-Hotel) wurde dieses Mal ein 2012er Bordeaux (Château Laroze, Saint-Emilion Grand Cru Classé) gereicht. Es gab aber auch Bier – zum Beispiel beim Empfang des Eiswettpräsidenten vor dem Beginn des Festmahls.

Wendisch-Rede widmet sich der Bundespolitik

Apropos Eiswettpräsident Patrick Wendisch widmete sich in seiner Rede der Bundespolitik. Er verglich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem „Strom“, der den Weg des „geringsten Widerstands“ gehe. SPD-Chef Martin Schulz nannte er – wieder ein Bild aus der Natur – „Rothirsch aus Würselen“. In Würselen, Nordrhein-Westfalen, war Schulz mal Bürgermeister.

Aber Schulz war auch Europapolitiker, womit der Bogen zur Rede des Ehrengasts Spohr geschlagen wäre. Mit Blick auf die gegenwärtige Politik der Vereinigten Staaten mahnte Spohr an, es sei höchste Zeit, „dass Europa sich auf seine Grundwerte besinnt und sie nachdrücklich in der Welt verteidigt“. Jeder müsse für Werte wie Freiheit und Demokratie streiten. „Wir dürfen es nicht nur der Politik überlassen.“

kuz

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