Rekord beim Stiftungsfest der Eiswette: 450.000 Euro für die Seenotretter

Der unerbittliche Zeitplan

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Eiswettpräsident Patrick Wendisch (Mitte) und Zeremonienmeister Stefan Bellinger (l.) mit Bundestagspräsident Norbert Lammert beim Blick ins Goldene Buch der Eiswette.

Bremen - 800 Herren in Frack und Smoking, die Tische wieder wie Eisschollen angeordnet – beim Stiftungsfest der 187. Eiswette im Congress Centrum auf der Bürgerweide war alles wie immer. Nun, fast alles, um ganz genau zu sein. Denn zeitweilig galt der Bürgermeister als vermisst. Und dann gab es noch einen richtigen Rekord.

Die höchste Spendensumme aller Eiswett-Zeiten ist dieses Mal zusammengekommen – insgesamt 432.400 Euro wurden für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS, Sitz: Bremen) gesammelt. Kaufleute rundeten die Summe spontan auf 450.000 Euro auf. Im Vorjahr waren beim Stiftungsfest 418000 Euro gespendet worden, im Jahr 2014 waren es 427.000 Euro gewesen.

Wie treibende Eisschollen sind die Tische des Stiftungsfests im Congress Centrum aufgebaut.

Soviel zur Statistik. Und nun zum Bürgermeister. Carsten Sieling (SPD) wurde zeitweilig vermisst, galt gewissermaßen als verschollen. Er fehlte beim anfänglichen Empfang, was besonders auffiel, als ein gemeinsames Foto mit den Ehrengästen gemacht werden sollte – mit Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und dem Unternehmensberater und Buchautor Prinz Asfa-Wossen Asserate („Manieren“). Lammert schlug noch vor, auf Sieling zu warten. Zeremonienmeister Stefan Bellinger aber verwies unerbittlich auf den festen Zeitplan der Traditionsveranstaltung. Es war Zeit, in den Saal zu gehen. Und da eilte er plötzlich herbei, der Bürgermeister – flinken Schrittes erschien Sieling auf der Bildfläche. Dass der Bürgermeister üblicherweise oben auf der Galerie am Empfang teilnimmt, hatte man ihm offenbar vorher nicht gesagt. Weiter unten im Foyer war Sieling in Gespräche vertieft gewesen, hieß es.

Während des Essens warnte Bundestagspräsident Lammert mit Blick auf die Flüchtlingskrise vor einer Spaltung des Landes. Es dürfe keine Toleranz geben für Pöbeleien, Hassbotschaften und tätliche Angriffe. Wenn so viele Menschen ihre Heimat verlassen, um in Deutschland eine neue zu finden, dann sei das doch im Rückblick auf die deutsche Geschichte das stärkste Kompliment für dieses Land. Vehement plädierte Lammert zudem für die europäische Einheit.

Das „Eiswettbier“ aus Walle.

Zum achtstündigen Festmahl im Congress Centrum gehören Braunkohl, Hochzeitssuppe, Fischteller und Rote Grütze. Und Wein, keine Frage. In diesem Jahr gab es auch noch ein ganz besonderes Bier – gebraut auf Wunsch und im Auftrag der Eiswettnovizen in der wiedereröffneten Union-Brauerei von Lüder Kastens und Markus Zeller in Walle. Würzig und leicht fruchtig – so sollte es sein, das Craft-Bier für die Eiswettgenossen. Heute geht es nach Brauereiangaben in den freien Verkauf – aber natürlich nur für eine begrenzte Zeit. Solange der Vorrat reicht, ist es im Brauereishop zu haben. Zehn Cent pro verkaufter Flasche gehen an die DGzRS.

kuz

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