„Auf einen Espresso“ mit Hellena Harttung vom Blaumeier-Atelier

Reisen mit Tasche und Rad

Hellena Harttung findet ihre Tasche quadratisch, praktisch und gut – ohne Klettverschlüsse und irgendwelche Drehdinger. Sie hängt die Tasche einfach ans Fahrrad und keiner nimmt sie mit. ·
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Hellena Harttung findet ihre Tasche quadratisch, praktisch und gut – ohne Klettverschlüsse und irgendwelche Drehdinger. Sie hängt die Tasche einfach ans Fahrrad und keiner nimmt sie mit. ·

Bremen - Von Ilka LangkowskiIm Blaumeier-Atelier in Walle kümmert sich Hellena Harttung um die Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation und die Finanzen. Unter dem Namen „Blaumeier“ entstehen an der Travemünder Straße Ausstellungen, Theaterstücke und Musik von Menschen mit und ohne Behinderung oder psychischer Erkrankung.

Zum Markenzeichen der über 25 Jahre alten Blaumeiers wurden ihre ausdrucksstarken Masken. Rund 250 Kreative treffen sich jede Woche zum Malen, Musizieren und Schauspielen. Sogar in dem mehrfach ausgezeichneten Film „Verrückt nach Paris“ waren Blaumeiers am Set.

Harttung hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Im Café über dem Atelier platziert Harttung eine alte Schultasche auf dem Bistrotisch. Sie besteht aus mehrfach geflicktem, braunem Kunstleder und hat Befestigungsbügel, um sie an den Gepäckträger des Fahrrads zu hängen. „Die habe ich vor etwa 30 Jahren für 30 Mark erstanden. Sie steht mir zur Seite, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin“, erzählt die Wahl-Bremerin.

Ihre Kollegen haben ausgerechnet: Allein all die Fahrten zum Blaumeier-Büro entsprechen mittlerweile etwa einer Äquatorumrundung und somit rund 40 000 Kilometer. Außerdem war Harttung mit der Schultasche am Fahrrad schon auf Baltikum-Tour, in Rumänien, der Ukraine und in Polen. Nur in den USA war sie ohne Tasche, aber mit einem Leihfahrrad unterwegs.

Das Reisen mit dem Fahrrad findet Harttung, die Autos trotz Führerscheins „nicht interessieren“, optimal. Über Land nimmt man die Gerüche war, erzählt sie, man bekommt Kontakt zu Landschaft und Leuten. Doch auch für Städte eignet sich das Rad besonders. „Man kann überall hingehen und parken“, sagt sie. Selbst in Großstädten wie Washington D.C. und New York war sie auf zwei Rädern unterwegs. Sie radelte durch Manhatten und das jüdische Viertel im „Big Apple“. Die Hauptstadt Berlin hat sich ihr erst per Fahrrad erschlossen.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Harttung: 1993 bin ich von der Göttinger Universität zum Referendariat nach Bremen gekommen. Ich mag das viele Wasser und im Winter das Eis. Sobald Eiswetter ist, bin ich nicht mehr zu halten und auf allen Eisflächen unterwegs. Mir gefällt die Größe der Stadt, die kulturelle Vielfalt, der nette Schlag Mensch.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Harttung: Den Werdersee. Dort gehe ich viel schwimmen. Die ganze Werdergegend finde ich total schön und natürlich das Theater und das Blaumeier-Atelier.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Harttung: Die Innenstadt ist Pflicht. Wenn’s geht, würde ich Paternoster fahren, an die Weser gehen, einen Spaziergang durchs Viertel machen und dort in ein Café gehen. Die Gäste können auch gerne ins Weserstadion, und abends würde man gucken, was man schönes Kulturelles macht.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Harttung: Mit Tieren habe ich es nicht so, da fällt mir gar nichts ein.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Harttung: Wenn Eis wäre, Schlittschuhlaufen. Den ganzen Tag. Riesentour auf Hamme, Wiesen, breites Brett, noch ins Ostfriesische und dann wäre der Tag vorbei. So aber würde ich eine schöne Runde mit dem Fahrrad drehen und mit einer schönen Zeitung, (lacht) der Kreiszeitung, in ein Café gehen.

Was macht Sie schwach?

Harttung: Schokolade, nette Abende mit netten Leuten und spannende Veranstaltungen, die ich sonst nicht besuche, und wofür ich den Pfad verlasse, auf dem ich gewöhnlich unterwegs bin.

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