FDP kritisiert Sieling

Wahlsieger Meyer-Heder (CDU) setzt auf Jamaika: „Rein menschlich funktioniert das“

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Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel (r.) beglückwünschen Carsten Meyer-Heder.

Bremen – Der Bremer CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder setzt nach seinem Wahlsieg auf eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP für das kleinste Bundesland. In der Verkehrs- und Umweltpolitik hätten CDU und Grüne ähnliche Ideen, sagte der 58-Jährige. „Ich glaube, auf einer rein menschlichen Ebene funktioniert das sehr gut mit den Grünen.“

Auch CDU und FDP seien sehr nah bei einander. Schwieriger sei das Verhältnis der beiden erhofften Koalitionspartner untereinander. „Das ist an der Grünen-Basis nicht einfach zu vermitteln, dass auch die FDP jetzt noch mit in der Regierung ist“, sagte Meyer-Heder, der am Montag in Berlin Glückwünsche von Bundeskanzlerin Angela Merkel und CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer entgegennahm.

Bremer Hochrechnungen: CDU bleibt vor SPD

Bei der Wahl am Sonntag war die CDU erstmals in mehr als sieben Jahrzehnten stärkste Kraft in Bremen geworden. Die Hochrechnungen der Wahlleitung sehen die CDU etwa einen Prozentpunkt vor der Langzeit-Regierungspartei SPD. Neben Jamaika hätten auch Rot-Rot-Grün oder eine große Koalition aus CDU und SPD eine Mehrheit in der Bremischen Bürgerschaft.

Meyer-Heder räumte ein, er habe das selbstgesteckte Ziel von 30 Prozent verfehlt. „Wir sind gewachsen, von allen Parteien am meisten. Da sehe ich schon einen klaren Wählerauftrag.“ Nun folgen Sondierungsgespräche mit Grünen und FDP. Den Grünen kommt bei der Regierungsbildung eine Schlüsselrolle zu. „Die Grünen haben eine sehr gute Verhandlungsposition, das ist uns allen bewusst“, sagte Wahlsieger Meyer-Heder.

FDP Bremen wirbt für Jamaika-Koalition

Während die Grünen die Lage erst ausloten wollen, warb FDP-Spitzenkandidatin Lencke Steiner für Jamaika-Bündnis. „Um für Bremen einen echten Wechsel zu erzielen, geht das nur mit einem Jamaika-Bündnis mit den drei Partnern“, sagte Steiner, die ebenfalls nach Berlin reiste. Sie sehe den Regierungsauftrag „ganz klar“ bei der CDU als stärkster Kraft. Scharfe Kritik äußerte die Liberale an der SPD und Bürgermeister Carsten Sieling. 

Sieling setzt nach Bremen-Wahl auf Rot-Rot-Grün

Sieling habe mit seiner bereits vor der Wahl getroffenen Aussage, weder mit der CDU noch der FDP über eine Koalition sprechen zu wollen, „der Demokratie eine Absage erteilt“, sagte Steiner. Mit seiner Festlegung auf Rot-Rot-Grün setze Sieling „auch die Grünen massiv unter Druck“. Es komme nun darauf an, Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen, sagte die FDP-Politikerin mit Blick auf die Grünen. So gebe es durchaus große Gemeinsamkeiten, etwa im Bereich Bildung, bei Klimaschutz und oder der Reform der Verwaltung.

dpa/afp/gn

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