Bremen verkauft Grundstück an Hegemann-Gruppe

Überseestadt: Reihenhäuser ins Kaffeequartier

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Das Luftbild der Überseestadt lenkt den Blick unter anderem auf das Investorengrundstück „Am Kaffeequartier“/„Johann-Jacobs-Straße“.

Bremen - Von Jörg Esser. „Der Weg für neuen städtischen Wohnraum ist geebnet.“ Das teilte die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) am Montag mit. Konkret geht es um ein Wohnensemble mit 60 Reihenhäusern, das im Kaffeequartier in der Überseestadt entstehen soll.

Der Haushalts- und Finanzausschuss hat nach einer öffentlichen Ausschreibung den Verkauf eines 12 131  Quadratmeter großen Areals beschlossen. Neuer Eigentümer wird die Firma Detlef Hegemann Immobilien Management. „Dieser Verkauf ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung der Überseestadt“, sagt Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen, ergänzt: „Die Vermarktung der Grundstücke in der Überseestadt schreitet weiterhin sehr gut voran.“

Die Immobiliengesellschaft gehört zur Bremer Hegemann-Gruppe, die nach eigenen Angaben mit etwa 1 000 Beschäftigten überregional in den Bereichen Construction, Industrie und Touristik tätig ist. Das Kaufareal liegt in Nachbarschaft zum ehemaligen Eduscho-Gebäude. Hegemann plant zwischen den Straßen „Am Kaffee-Quartier“ und „Johann-Jacobs-Straße“ eingangs erwähntes Ensemble mit 60  Reihenhäusern, das aus sieben Wohnungstypen und 122 Einheiten sowie drei Tiefgaragen bestehen soll. 

Jörg Bollmann, Geschäftsführer von Hegemanns Immobilien-Managementgesellschaft, sagt: „Mit Reihenhauscharakter und grünen Innenhöfen entsteht hier als Alternative zum klassischen Geschosswohnungsbau der Überseestadt ein Platz zum gemeinschaftlichen Leben für Familien, Alleinerziehende und Menschen aller Altersgruppen.“ Für die kommenden Wochen ist die Unterzeichnung des Kaufvertrags geplant. Anschließend bleiben dem Käufer sechs Monate Zeit, um im Rahmen eines Wettbewerbs einen passenden Architekten zu finden.

Die Grundstücksfläche am Kaffee-Quartier ist im „Sofortprogramm Wohnungsbau“ aufgeführt, mit dem die Stadt Bremen auf den steigenden Bedarf an Wohnungen für kleine und mittlere Haushaltseinkommen reagiert. Neben dem jetzt verkauften Areal soll es im Kaffeequartier geförderte Wohneinheiten geben. Diese sollen in einem noch in Planung befindlichen Bauvorhaben umgesetzt werden, heißt es.

In Bremen fehlt bezahlbarer Wohnraum. Der Bestand an Sozialwohnungen ist von 80 000 Anfang der 90er Jahre auf 8 000 gesunken. „Bremen hat sein Tafelsilber verkauft“, sagt Maike Schaefer, Fraktionschefin der Grünen.

Doch die Stadt baut und plant. Und bei den Neubauprojekten gilt in der Regel eine Sozialbauquote von 25 bis 30 Prozent. In Habenhausen ist der Startschuss für die „Gartenstadt Werdersee“ mit 590  Wohnungen gefallen. In Osterholz entsteht das Stiftungsdorf „Ellener Hof“ (500  Wohnungen). Großprojekte wie das Neue Hulsberg-Quartier (1 200 Wohneinheiten) und das Tabakquartier auf dem ehemaligen Brinkmann-Areal in Woltmershausen sind geplant. 

Auf dem Kellogg-Gelände wird ein neuer Stadtteil (1200 Wohnungen) geplant. Und über eine mögliche Bebauung des Galopprennbahn-Geländes in Sebaldsbrück und der Vahr entscheiden die Bremer Wähler – am 26. Mai in einem Volksentscheid parallel zur Bürgerschaftswahl. Rot-Grün plant auf dem Areal den Bau von 1 000  Wohneinheiten.

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