Handbiker will als Weltrekordler kommen

Behindertensport im Fokus: Rehamesse „Irma“ wieder in Bremen 

Extremsportler Boris Guentel will als Weltrekordler nach Bremen zurückkehren, Er will mit seinem Handbike 1 000 Kilometer in weniger als 42 Stunden zurücklegen. - Foto: Esser

Bremen - Von Jörg Esser. Die Rehamesse „Irma“ kehrt aus Hamburg wieder nach Bremen zurück. Von Donnerstag, 8. Juni, bis Sonnabend, 10. Juni, werden rund 100 Aussteller in Halle 6 und 7 auf der Bürgerweide über die neuesten Entwicklungen auf dem Rehamarkt informieren. Im Fokus steht unter anderem der Behindertensport.

Auf der „Irma“ werde alles geboten, „was das Leben trotz Behinderung erleichtert“, sagt Veranstalter Yvo Escales. Jörg Martens (Sanitätshaus Martens) aus dem Messebeirat verweist auf ein „interessantes Themenspektrum“. Unter anderem gebe es drei Parcours, auf denen Besucher Rollstühle, Spezialräder, Handbikes und Scooter testen und Probe fahren können sowie ein breites Angebot an „kurzen, knackigen Vorträgen“. Es geht um individuelle Lösungen und umgebaute Fahrzeuge, die Kleinwüchsigen, Menschen mit beeinträchtigter Arm- und Handfunktion sowie Prothesenträgern zu mehr Mobilität im Alltag verhelfen. So zeigen Spezialfirmen rund 20 rollstuhl- und behindertengerecht umgebaute Fahrzeuge, ausgestattet mit Schwenksitzen und Einstiegshilfen, Handsteuerungen, Rampen, Liften und Verladesystemen. Außerdem informieren Reiseveranstalter, Hotels, Ferienhausanbieter und Ferienregionen über barrierefreie Urlaubsmöglichkeiten.

Ein Schwerpunktthema der „Irma“ ist der Behindertensport. 15 Vereine aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden präsentieren diverse Behindertensportarten, darunter Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Rugby, Badminton und Tischtennis. Auf dem Programm steht unter anderem ein Rollstuhl-Basketballturnier.

Der Extremsportler und Handbike-Fahrer Boris Guentel will auf der „Irma“ einen Vortrag über seinen jüngsten Weltrekordversuch halten. Der ist für Pfingsten geplant. 1 000 Kilometer will der Behindertensportler aus Cloppenburg in weniger als 42  Stunden zurücklegen – und zwar in Kappeln an der Schlei. Dafür muss der 53-Jährige einen knapp 9,6 Kilometer langen Rundkurs zwischen Marktplatz und ehemaligem Marine-Stützpunkt Olpenitz mehr als 100-mal zurücklegen. Der Start ist für Freitag, 2. Juni, 20  Uhr geplant. Und in der ersten Nacht will Guentel ordentlich Kilometer fressen, um gut vorzulegen. Der Extremsportler hat zuletzt im August 2015 für Furore gesorgt. Er legte die 300 Kilometer lange Strecke von Cloppenburg nach Kappeln in einer Netto-Fahrtzeit von unter zehn Stunden (9:55) zurück – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Für seinen 42-Stunden-Marathon, mit dem er den Österreicher Manfred Putz als Weltrekordinhaber ablösen will, plant er mit einem Durchschnittstempo von 25,1 Kilometern pro Stunde. Mit seinem Handbike seien in der Spitze „70 bis 80 Sachen“ möglich, ergänzt er. Guentel sagt: „Es ist so ziemlich alles möglich, auch für Menschen mit Behinderung. Man muss nur seine Grenzen immer wieder ein Stück weiter nach vorne verschieben.“

Die „Irma“ öffnet an allen drei Ausstellungstagen von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: fünf Euro. Begleitpersonen von behinderten Besuchern sowie Kinder bis 16  Jahre, Schüler, Azubis und Studenten haben freien Eintritt. „Die Messe ist keine Behinderten-Fachveranstaltung, sondern auch für Fußgänger interessant“, sagt Jörg Martens. 2018 findet die „Irma“ wieder in Hamburg statt.

www.irma-messe.de

www.guentel-handbike.de

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