Immer weniger Schiffe unter deutscher Flagge

Die Frachtraten steigen

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Die Frachtraten in der Containerschifffahrt steigen wieder an. Davon profitieren auch die Bremer Reeder.

Bremen - Von Jörg Esser. Das Marktumfeld ist schwierig. Es seien zu viele Schiffe mit viel Tonnage auf den Weltmeeren unterwegs, sagt der Bremer Rhederverein. Doch die Reeder strahlen nach eigenen Angaben in schwierigen Zeiten Zuversicht aus. Es geht aufwärts, die Frachtraten steigen. „Einige Märkte entwickeln sich wieder deutlich besser“, sagte Michael Vinnen (Reederei F.A. Vinnen), Vorsitzer des Rhedervereins, gestern vor Pressevertretern.

Die Einnahmen steigen. Und in den nächsten Jahren rechnen die Bremer Reedereien mit einem Zulauf von Neutonnage. Doch diverse Probleme bleiben. Die Finanzierung von Schiffsneubauten sei weiterhin schwierig, sagt Achim Boehme (Lomar Deutschland) aus dem Vereinsvorstand. Außerdem werde es zunehmend schwieriger, Nachwuchs zu rekrutieren. Die jungen Leute zieht es nicht mehr auf See. „Die Zahl der Neueinsteiger ist seit einigen Jahren rückläufig“, sagt Vinnen. Noch 400bis 500 junge Leute pro Jahr starten in Deutschland eine Ausbildung als Schiffsmechaniker oder ein Nautik-Studium. Für die Bremer Reeder ist das eine Rückkehr auf Normalniveau. Der Bremer Rhederverein hakt ein und forciert die Nachwuchsförderung. So werden 30 zusätzliche Praxissemesterplätze und Stellen für die Ausbildung zum Nautischen Offiziersassistenten an der Hochschule Bremen zur Verfügung gestellt.

Die Bremer Reeder sind Mittelständler. Viele Reedereien sind Familienbetriebe. Die Flotte schrumpft. Laut Vinnen waren Ende 2014 noch 320 Schiffe mit einer Tonnage von fünf Millionen Bruttoregistertonnen mit Heimathafen Bremen auf Tour. Davon sind 30 Prozent Containerschiffe, 25Prozent Tanker. Der Rest deckt die gesamte Bandbreite ab – Multipurposeschiffe, Bulker, Schwergutschiffe, Forschungsschiffe und Seeschlepper. Unter deutscher Flagge fahren noch 14 Prozent der Bremer Schiffe. Viele haben eine europäische Zweitflagge am Heck. In der Beliebtheitsskala liegt Malta vor Portugal, Luxemburg und Gibraltar. Und unter den Drittländern zeigen sich die Flaggen der „üblichen Verdächtigen“, so Vinnen. Das sind Liberia, Antigua, Panama und die Marschall-Inseln.

Bundesweit sind noch 200 von 3200 deutschen Schiffen auch mit deutscher Flagge auf Fahrt. „Dass der Anteil kontinuierlich weiter sinkt, muss nachdenklich stimmen“, sagen die Bremer Reeder. Aber die Kostennachteile seien gravierend – selbst vergleichsweise teure Flaggenstaaten wie Dänemark und Holland sind eine halbe Million Euro günstiger. Der Rhederverein fordert einen 100-prozentigen Lohneinbehalt sowie eine Übernahme des Arbeitgeberanteils an den Sozialversicherungsbeiträgen der Bestazungsmitglieder. In anderen Ländern werde den Reedern dieser Beitrag erlassen, heißt es. Und der Gesetzgeber soll an der Schiffsbesetzungsverordnung feilen. Die Mindestzahl der vorgeschriebenen EU-Seeleute an Bord (heute. fünf) soll abgesenkt werden.

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