Lutz Görner und Nadia Singer im Takt

Politischer Walzerabend in Bremen

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Rauschmusik und Geschlechtertanz: Lutz Görner und Nadia Singer kommen in den Sendesaal.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Rauschmusik und Geschlechtertanz im altehrwürdigen Sendesaal an der Bürgermeister-Spitta-Allee – was ist da zu erwarten?

Nun, Wohlklang im Walzertakt. Und auch noch: Politik. Rauschmusik und Geschlechtertanz – diesen beiden Stichworten hat der Rezitator Lutz Görner sein neues Programm gewidmet, das er als „politischen Walzerabend“ bezeichnet.

Einmal mehr begleitet Nadia Singer ihn am Klavier – dieses Mal eben im Dreivierteltakt. Termin: Donnerstag, 12. Oktober, 19.30 Uhr. Eintrittskarten kosten 28 Euro und an der Abendkasse 32 Euro, sagte eine Sprecherin des Sendesaals.

Singer spielt Walzer von Weber, Berlioz, Meyerbeer, Chopin, Liszt, Gounod, Debussy und Ravel. Görner spricht vom Tanz im Dreivierteltakt, der „ein Kind der Französischen Revolution war“. Denn: „Der revolutionäre Walzer, der heutzutage gerade noch für die reaktionäre Oberschicht des Wiener Opernballs taugt, hat die Europäer der damaligen Zeit aus ihren sexuellen Fesseln zu befreien versucht“, wie es in einer Vorschau heißt. „Zum ersten Mal hielten sich bei diesem Tanz Männlein und Weiblein eng aneinandergeschmiegt in den Armen und fühlten so den Körper des anderen.“ Rauschmusik, Geschlechtertanz! Kein Wunder, dass es da eine Menge zu erzählen gibt.

Aber es soll nicht nur um den revolutionären Tanz gehen, sondern auch um die Geschichte des Konzertwalzers, dessen Form die großen Komponisten des 19. Jahrhunderts wieder und wieder inspirierte. Görner zitiert hier ein Motto des griechischen Philosophen Platon: Die Gesetze der Musik ändern sich immer dann, wenn sich die bürgerliche Ordnung ändert. Und spricht dann davon, „wie sich die europäische Politik und damit auch die Musik während der 100 Jahre zwischen Beethoven und Schönberg im Takt des Konzertwalzers entwickelt hat“.

Paradies und Schlaganfalltest

Mit den „Kardinalsfragen des Älterwerdens“ beschäftigt sie sich, die Würzburger Kabarettistin und Chansonnette Birgit Süß – und sie macht das am Freitag 22. September, im Kultursalon der Gewoba an der Emil-Sommer-Straße in der Vahr. Der Auftritt beginnt um 20 Uhr.

Süß, Jahrgang 1965, hat in Würzburg Jazzgesang studiert. Jetzt sei sie „in der Lebenshälfte angelangt, in der man über Schlaganfalltests Bescheid weiß“, so eine Sprecherin. „Kraftvoll und wandlungsfähig changiert die Künstlerin zwischen Blues und Koloratur, zwischen Lebensfreude und der Auseinandersetzung mit dem Tod. Mal bitterböse, mal schonungslos, mal melancholisch – und auch mal hemmungslos, aber immer mit viel Selbstironie.“

Das Programm trägt den Titel „Paradies. Und das.“ Eine Eintrittskarte kostet zehn Euro, ermäßigt acht Euro.

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