OHB-Gründer Manfred Fuchs stirbt im Alter von 75 Jahren / „Bremen verliert einen Unternehmer im besten Sinne“

Raumfahrtpionier und Technologievisionär

OHB-Gründer Professor Manfred Fuchs ist am Sonnabend im Alter von 75 Jahren gestorben. · Archivfoto: dpa
+
OHB-Gründer Professor Manfred Fuchs ist am Sonnabend im Alter von 75 Jahren gestorben. · Archivfoto: dpa

Bremen - Der Bremer Raumfahrtpionier Professor Manfred Fuchs ist tot. Der Gründer und langjährige Chef des High-Tech-Raumfahrtkonzerns OHB ist am Sonnabend im Alter von 75  Jahren in seinem Ferienhaus in Südtirol gestorben. Das teilte das Unternehmen gestern mit.

Bremer Politiker und die Mitarbeiter der OHB-Unternehmen reagierten mit Trauer und Bestürzung auf die Nachricht vom plötzlichen Tod des Aufsichtsratschef der OHB System AG. „Mit Manfred Fuchs verliert Bremen einen Unternehmer im besten Sinne“, sagten Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Fuchs habe sich große Verdienste um die Entwicklung der Luft- und Raumfahrtindustrie in Bremen erworben, die er mehr als fünf Jahrzehnte lang geprägt habe. „Die Freie Hansestadt Bremen und die internationale Weltraumforschung haben ihm viel zu verdanken.“ CDU-Landes chef Jörg Kastendiek sagte: „Mit Professor Manfred Fuchs verliert die Bremer CDU eine hochverdiente Persönlichkeit, einen großen Unterstützer sowie einen treuen Freund und Ratgeber.“ Fuchs habe sich als Visionär für den Technologiestandort erwiesen.

Manfred Fuchs wurde 1938 in Latsch (Südtirol) geboren. Im Alter von 17 Jahren war er der jüngste Pilot Italiens. Mit 18 Jahren kam er nach Deutschland. Nach dem Flugzeugbaustudium in München und Hamburg begann er 1961 seine Karriere beim Bremer Raumfahrtunternehmen Erno, arbeitete maßgeblich an Projekten wie der Trägerrakete „Ariane 1“ und den Weltraumlaboren „Spacelab“ und „Columbus“ mit.

1981 übernahm Fuchs‘ Ehefrau Christa das kleine Unternehmen „Otto Hydraulik Bremen“ (OHB) mit fünf Mitarbeitern. Manfred Fuchs stieg 1985 ein, erfüllte sich seinen Traum von Selbstständigkeit und legte den Grundstein für eines der bedeutendsten europäischen Raumfahrtunternehmen – die OHB AG. Fuchs war bis zuletzt Vorstand Raumfahrt der OHB AG und Vorsitzender des Aufsichtsrates der OHB System AG.

Die Hochschule Bremen ernannte den Raumfahrtpionier 1995 zum Honorarprofessor, und die Technische Universität Mailand verlieh ihm 2005 die Ehrendoktorwürde. Für seine Verdienste erhielt er mehrere Auszeichnungen – darunter den „Werner-von-Siemens-Ring“ sowie die „Goldene Hermann-Oberth-Medaille“. 2008 erhielt Fuchs die Ehrenbürgerschaft seines Heimatortes Latsch. Gemeinsam mit seiner Frau Christa ist er im August 2009 zum „Ehrenbürger und Förderer der Universität Bremen“ ernannt worden. Zudem war er seit 2008 Honorarkonsul von Kasachstan.

Fuchs hinterlässt seine Frau Christa sowie seine Kinder Ramona und Marco, der seit einigen Jahren OHB-Vorstandsvorsitzender ist. OHB hat seinen Firmensitz im Technologiepark an der Bremer Uni und zählt zu den bedeutenden europäischen Raumfahrtunternehmen. 2013 erzielte der Konzern einen Umsatz von mehr als 700 Millionen Euro. Der Konzern hat mehr als 2 400 Mitarbeiter. · je

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Karpfen werden umgesiedelt

Karpfen werden umgesiedelt

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Meistgelesene Artikel

Freimarkt in Bremen 2021 – diese Corona-Regeln gelten

Freimarkt in Bremen 2021 – diese Corona-Regeln gelten

Freimarkt in Bremen 2021 – diese Corona-Regeln gelten
Bremen geht auf Corona-Warnstufe 0 - neue Regel gilt nun

Bremen geht auf Corona-Warnstufe 0 - neue Regel gilt nun

Bremen geht auf Corona-Warnstufe 0 - neue Regel gilt nun
Bremen will Lärmblitzer einsetzen

Bremen will Lärmblitzer einsetzen

Bremen will Lärmblitzer einsetzen
Bremen und Hamburg wollen Häfen fusionieren: Was wird aus Bremerhaven?

Bremen und Hamburg wollen Häfen fusionieren: Was wird aus Bremerhaven?

Bremen und Hamburg wollen Häfen fusionieren: Was wird aus Bremerhaven?

Kommentare