Raumfahrtkonzern OHB setzt auf Satelliten und Mars-Erkundung

Kontrolliertes Wachstum

+
Im Reinraum montieren OHB-Techniker die kreisrunde Antenne auf den „Galileo“-Satelliten. In dieser Halle werden die hier gefertigten Satelliten für das europäische Navigationssystem „Galileo“ getestet und kontrolliert.

Bremen - Eine „kontrollierte“ Fortsetzung des Wachstums der zurückliegenden Jahre – so hat der Vorstand gestern den Kurs des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB beschrieben. Die Bremer Weltraum-Experten blicken auf ein „normales Geschäftsjahr“ 2015 zurück. In der Bilanz steht ein Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT, „Earnings before interests and taxes“) von 40,2 Millionen Euro – etwa so viel wie 2014 (40,4 Millionen Euro).

Der Umsatz ging 2015 im Vergleich zum Vorjahr leicht von 728,1 Millionen Euro auf 719,7 Millionen Euro zurück. „Wir wachsen kontinuierlich, aber nicht mehr in zweistelligen Beträgen“, sagte Firmenchef Marco Fuchs. Die Gesamtleistung ist von 772,9 Millionen Euro auf 730,4 Millionen Euro zurückgegangen.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einer „konsolidierten Gesamtleistung“ von 750 Millionen Euro und mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 42 Millionen Euro. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung für das Jahr 2015 eine erhöhte Dividende von 40 Cent pro Aktie vorschlagen (Vorjahr: 37 Cent pro Aktie). Auch für das laufende Geschäftsjahr ist die Ausschüttung einer Dividende geplant, hieß es weiter.

Der Auftragsbestand liege „nach wie vor auf einem hohen Niveau“. „Für die Zukunft ist eine ausreichende Planungssicherheit gewährleistet“, hieß es weiter. Wichtigstes Projekt für OHB ist nach wie vor der Bau von insgesamt 22 Satelliten für das europäische Navigationssystem „Galileo“. Die Produktion neige sich nun langsam dem Ende zu, sagte Konzernchef Fuchs. Vor diesem Hintergrund hofft er, dass OHB bei der Ausschreibung weiterer Satelliten in diesem Jahr erneut zum Zuge kommt. Europa will mit dem „Galileo“-System die Vormachtstellung des amerikanischen Navigationssystems GPS angreifen.

Zunehmend mehr Platz nimmt bei OHB – Sitz: in Nachbarschaft der Bremer Uni – die Produktion der „Meteosat“-Wettersatelliten ein. Bis Ende des Jahres läuft zusätzlich die Produktion von Radarsatelliten für die Bundeswehr an.

Mit großem Interesse blicken die OHB-Strategen unterdessen auch zum Mars. Der Forschungssatellit bei der Anfang der Woche in Baikonur (Kasachstan) gestarteten Mars-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde ist im Wesentlichen in Bremen entwickelt und gebaut worden.

„Wir bemühen uns auch um neue Missionen“, erklärte Konzernchef Fuchs gestern weiter. Als Beispiele dafür nannte er Studien zu einem Asteroidenabwehrsystem und zu einem Mars-Rover, der im Jahr 2018 zu dem roten Planeten aufbrechen soll.

kuz

Das könnte Sie auch interessieren

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Meistgelesene Artikel

Träume werden wahr – Weserhäuser in der Überseestadt

Träume werden wahr – Weserhäuser in der Überseestadt

250 Kilo schwere Weltkriegsbombe in Hastedt entschärft

250 Kilo schwere Weltkriegsbombe in Hastedt entschärft

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Kommentare