Randale nach Fußballspiel: Verdächtiger bleibt in Untersuchungshaft

Abgelehnt

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Ein 21 Jahre alter Tatverdächtiger, der an der Randale nach dem Werderspiel gegen den HSV beteiligt gewesem sein soll, bleibt in Haft. Das entschied das Amtsgericht.

Bremen - Der 21 Jahre alte Verdächtige, dem die Staatsanwaltschaft fünf gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzungen zur Last legt, bleibt in Haft. Das haben gestern das Amtsgericht Bremen und der Anwalt des jungen Mannes mitgeteilt.

Laut Amtsgericht entschied ein Richter beim Haftprüfungstermin, dass der Haftbefehl in Vollzug bleibt. Der Antrag auf Haftverschonung wurde damit abgelehnt. Der Verteidiger wollte seinen Mandanten Valentin freibekommen, er legte gestern Beschwerde ein.

Der 21-Jährige sitzt seit einigen Wochen in Untersuchungshaft (U-Haft). Staatsanwaltschaft und Polizei verdächtigen ihn, an der Randale nach dem Fußballspiel Werder gegen Hamburger SV beteiligt gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm im Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach dem Spiel im April gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung vor (wir berichteten). Die Ermittler legen dem 21-Jährigen zudem vier weitere jeweils gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzungen zur Last.

Unter anderem soll Valentin bei Ausschreitungen im Zusammenhang mit Protesten gegen eine NPD-Demo in Rostock einen Stein geworfen und einen Pressefotografen verletzt haben.

Der Richter erwarte, dass Valentin in der U-Haft das Anti-Gewalt-Training fortsetzt, teilte der Anwalt des 21-Jährigen mit. Nach einem erfolgreichen Abschluss des Trainings in etwa sechs Monaten könne neu über eine Haftverschonung nachgedacht werden. Nach Angaben des Verteidigers sieht der Richter die Gefahr, dass der 21-Jährige sich nicht von seinem bisherigen Freundekreis fernhalte und daher die Gefahr von weiteren Auseinandersetzungen bestehe. Der Verteidiger teilt die Auffassung des Gerichts nicht und legte Beschwerde ein.

Auch die Fraktion der Grünen meldete sich zu Wort und zeigte sich „enttäuscht“ über die Entscheidung des Amtsgerichts. Wilko Zicht ist der Meinung, nach sechs Wochen U-Haft sei „bei Valentin die Botschaft angekommen“, dass Gewalt nicht zum Mittel politischer Auseinandersetzung gemacht werden dürfe. Der Grüne, der im weiteren Verlauf seiner Stellungnahme von „friedliebenden Ultras“ und einer „hochgradig gefährlichen Nazihool-Szene“ spricht, ist der Auffassung, das Gericht dürfe keine Wiederholungsgefahr unterstellen.

gn

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