Und sie fliegt doch: Rakete mit Kerzenwachs-Antrieb gestartet

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Im vierten Anlauf ist der Start der mit Kerzenwachs betriebenen Forschungsrakete am 16.04.2016 geglückt.

Bremen/Kiruna - Und sie fliegt doch, die Kerzenwachs-Rakete aus Bremen: 1500 Meter Flughöhe erreichte die Konstruktion. Gut, sie hätte etwas höher kommen können. Aber das Team fand trotzdem Grund zum Jubeln.

Im vierten Anlauf ist der Start einer mit Kerzenwachs betriebenen Forschungsrakete geglückt, die Bremer Studenten entwickelt haben. Um 11.57 Uhr hob am Samstag "ZepHyR" vom tief verschneiten Weltraumbahnhof Esrange im nordschwedischen Kiruna ab. "Wir sind alle unglaublich froh, dass der Start nun geklappt hat", sagte der Bremer Raketenforscher Peter Rickmers erleichtert. Er und sein Studententeam waren seit rund einer Woche in Schweden und mussten Nerven zeigen: Dreimal war der Start zuvor abgebrochen worden. Das Projekt drohte zu kippen.

Ein Wermutstropfen: Die Rakete verfehlte ihr Ziel von 4000 Metern Flughöhe, kam aber immerhin auf 1500 Meter. "Das war zwar weniger als erwartet, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass wir bei diesem Versuch übervorsichtig waren und zu wenig Sauerstoff getankt haben", vermutete Rickmers. Die Öko-Rakete war mit Paraffin (Kerzenwachs) und flüssigem Sauerstoff als Treibstoff gestartet. Mit einem Fallschirm sollte sie zu Erde zurückkehren.

Bis 500 Meter vor der Landung gab es ein GPS-Signal. Deshalb stünden die Chancen gut, dass die Rakete wiedergefunden werde. "Die gesammelten Daten werden dann eingehend analysiert und hoffentlich für eine verbesserte Version des Antriebs für das "STERN-2"-Projekt genutzt", sagte Rickmers (36), der am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Uni Bremen forscht und mit Studierenden rund vier Jahre an dem Projekt arbeitete.

Die "ZepHyR"-Rakete wurde in Bremen entworfen, konstruiert und gebaut und über das "STERN"-Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gesponsert. Das DLR verhinderte auch in letzter Minute ein vorzeitiges Aus in Kiruna: Nach dem dritten abgesagten Startversuch habe das DLR rasch eine Projektverlängerung genehmigt, hieß es.

dpa

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