Körpersprachen-Profi Verra lässt Bremer lachen

Der Rahmen für sein „bestes Stück“

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Stefan Verra zeigt eine maskuline Pose. Die Handflächen bilden einen Rahmen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Klein, aber oho. Stefan Verra ist nur 1,60 Meter groß. Gerade auf der Bühne reißt er einen Witz über seine Körpergröße. „Ja, der Mann ist gefragt, sogar in China. Und jetzt sehen Sie den. Sie wissen doch, wie ein Experte aussieht. Also, nicht so wie der. Und ich steh' schon“, sagt er und grinst.

Auf schallendes Gelächter folgt ein herzlicher Applaus. Die Gäste im prallgefüllten „Fritz“-Theater waren am Dienstagabend begeistert von der Show „Ertappt! Körpersprache: Echt männlich. Richtig weiblich“.

89 Prozent der Informationen liefern die Augen an das Gehirn

Verra nimmt erstmal die Bremer unter die Lupe: „Saallicht, bitte! Ja, hier in Bremen werden oft die Arme verschränkt. Ja, ja, bei uns in Bremen sind die Grenzen offen“, sagt er. „Verschränkte Arme, ach, was heißt das schon?“ Verra stellt sich ernst und irgendwie blockiert mit verschränkten Armen hin, seitlich etwas vom Publikum abgewendet. Dann dreht er sich etwas zurück und nimmt gleichzeitig weiblich lasziv ein Bein nach hinten. Die Augenbrauen etwas hoch, ein einladendes Lächeln – und die verschränkten Arme sprechen für nichts mehr.

Verra macht eine lustige Show, hält sich aber immer an wissenschaftlich gesicherte Fakten, wie er sagt. „Das Gehirn hat vor allem eine Aufgabe: für Sicherheit sorgen. Informationen bekommt es von den Sinnen, 89 Prozent liefert das Auge.“ Körpersprache bedient den wichtigsten Sinn.

Kämpft man gegen seine eigene Körpersprache werde es peinlich

Ein Zuschauer fragt, wie viel an der Körpersprache kulturell vermittelt ist. Verra verbindet die Antwort gleich mit einer Empfehlung. „Geht wohlwollend mit Eurer Körpersprache um. Ihr habt nur die eine, sie ist vorgeburtlich festgelegt“, sagt er. Wenn man dagegen ankämpfe, werde es unglaubwürdig bis peinlich. Die eigene Körpersprache erkannt habe als prominentes Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Sie wird niemals eine Rampensau werden. Sie versucht es auch nicht.“

Manchmal ändert sich die Körpersprache doch etwas, zum Beispiel bei Jungen in der Pubertät. Verra zeigt einen kraftgeladenen, mehr als breitbeinigen Gang. Der Blick ist starr. Das Gesicht ist ausdruckslos. Verra sieht jetzt ein bisschen wie Rambo aus. Hormonell bedingt werde die Gesichtsmimik reduziert. Ein echt maskuliner Eindruck entsteht, und der lässt sich nutzen.

Nicht kompatibel: Merkel-Raute und „€žWir schaffen das“€œ

Verra geht mit dem Kopf nach vorne. Seine Hände formen die Merkel-Raute. Er imitiert den Gesichtsausdruck der Kanzlerin und sagt: „Das ist ein echtes Alpha-Signal.“ Danach ein Satz, der mit dieser Körpersprache vollkommen inkompatibel ist. „Wir schaffen das!“, sagt Verra. „Das ist zu trocken. Das weckt keine Emotionen.“

Verra kommt zurück zum Thema „Männlichkeit“. Er nimmt das Becken nach vorn. „Manchmal stehen Männer beim Rauchen im Kreis und machen das…“, sagt er und beginnt mit dem Becken vor und zurück zu schaukeln. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen seien so gering, dass sie per Körpersprache verstärkt werden müssten. Bewegen müsse der Mann sich dafür nicht unbedingt. Verra stellt sich hin, das Becken weit nach vorne. „Manche Männer bieten noch Hinweispfeile dazu“, sagt er, steckt die Hände in die Hosentaschen. Die Finger gucken raus und zeigen in eine eindeutige Richtung. „Manche bauen dazu einen Bilderrahmen“, sagt Verra. Frauen spielen dagegen gerne an ihrer Drosselgrube, am obersten Blusenknopf oder an der Halskette. „Das betont den Busen“, sagt Verra und unterstreicht Bewegungen mit einem herrlich femininen Lächeln.

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