„Materialise“ eröffnet Kompetenzzentrum

3D-Druck: Räume voller Alleskönner

Ein Drucker, zahlreiche Möglichkeiten: Richtig programmiert, stellen die 3D-Maschinen Bremspedale, aber auch Einspritzpumpen und Pumpenräder her.
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Ein Drucker, zahlreiche Möglichkeiten: Richtig programmiert, stellen die 3D-Maschinen Bremspedale, aber auch Einspritzpumpen und Pumpenräder her.

Bremen – Sie können Drohnenteile herstellen, Komponenten für die Medizintechnik, Prototypen – und das in industrieller Massenfertigung. 3D-Drucker revolutionieren viele Bereiche der konventionellen Produktion, sparen Gewicht ein und somit Kosten. Am Donnerstag hat das belgische Unternehmen „Materialise“ sein Kompetenzzentrum in der Nähe der Bremer Uni eröffnet. Für 7,5 Millionen Euro entstand dort in den vergangenen 18 Monaten ein „Meilenstein“ der Firmengeschichte.

Ganz fertig sind die Räume noch nicht, an der einen oder anderen Stelle gebe es noch „feine Detailarbeiten“, die bis Ende des Jahres behoben werden, sagte Marcus Joppe, Geschäftsführer am Bremer Standort. Doch bereits jetzt lässt sich erahnen, welchen Mehrwert das neue Kompetenzzentrum an der Konrad-Zuse-Straße darstellen kann. Platz für aktuell 120 Mitarbeiter, erweiterbar für bis zu 150 Beschäftigte, dazu Räume für bis zu 30 3D-Drucker. Insgesamt 3 500 Quadratmeter misst das Gebäude – rund 1 800 Quadratmeter Produktionsfläche sowie etwa 1 700 Quadratmeter Büroräume, die sich über vier Stockwerke erstrecken.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Kompetenzzentrum offiziell in Betrieb genommen, durch die Folgen der Corona-Pandemie konnte die feierliche Eröffnung nach 18 Monaten Bauzeit – Spatenstich erfolgte im Oktober 2019 – dennoch erst jetzt stattfinden. Für das Unternehmen ist die Fertigstellung ein „Meilenstein“, sagte der Belgier und Firmengründer Fried Vancraen, für Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) der „Schlüssel, um die individuelle Massenfertigung auf ein neues Level zu hieven“.

Zehn 3D-Drucker in Bremer Kompetenzzentrum

Aktuell beheimatet das neue Zentrum zehn 3D-Metalldrucker, die vier verschiedene Metallarten zu Bremspedalen, Pumpenrädern, Grundrahmen für Drohnen, Einspritzdüsen für Flugzeuge und auch Zylinderköpfe verarbeiten können. Kilometerlange Rohrsysteme schlängeln sich genau wie Kabelschächte durch die beiden Produktionsetagen, dazu Lüftungsanlagen und Öfen, die im Inneren eine Temperatur von bis zu 3 000 Grad erreichen. All das muss mit Energie versorgt werden, weswegen die Verantwortlichen nicht nur eine eigene Photovoltaikanlage aufs Dach setzten, sondern – wie viele andere Unternehmen im Technologiepark – auf Fernwärme des nahegelegenen Müllheizkraftwerk bauen. Bis 2022, so Geschäftsführer Joppe, soll zu 100 Prozent auf nachhaltige Energie gesetzt werden.

Wie viele Produktionsschritte nötig sind, um ein neues Bauteil serienreif zu entwickeln, zeigt das Beispiel einer Sattelklemme für den Profiradsport. Zusammen mit dem Radhersteller „Pinarello“ entwarfen die Mitarbeiter von „Materialise“ eine neuartige und wesentliche leichtere Variante des Vorgängers. Bis zu 40 Prozent Gewichtsersparnis kamen so am Ende heraus – „und in unserer Branche zählt jedes Gramm“, so Design-Ingenieur Tim Hermanski.

„Materialise“ : Mit Bremer Sattelklemme zu Gold

Das Original wird neu designt, dann folgen mehrfache Simulationen und Tests. Nach einem ersten Druck folgen Dauertests, in diesem Fall habe das Teil von jeder Seite 300 000 Zyklen durchlaufen. Erst dann folgten die Auswertung und der Druck, am Ende stehe im besten Fall die industrielle Massenfertigung. Dass die Arbeit Früchte trägt, zeigte sich erst vor einigen Monaten, als Richard Carapaz Olympia-Gold im Straßenrennen von Tokio gewann – eben mit der von „Materialise“ erfundenen Sattelklemme.

Mit der Fertigstellung des Gebäudes steht nun laut Vancraen die „weltweit modernste Anlagen dieser Art“ in Bremen, und Schluss soll noch lange nicht sein. Es sei nur „eine Fortsetzung der Firmengeschichte“. Geplant ist ein Anbau. Bis zu 25 Millionen Euro, das kündigte Geschäftsführer Joppe an, könnten in den kommenden Jahren in weitere Standort investiert werden.

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