„Auf einen Espresso“ mit Oguz Gökcen, Jugendbezirksvorsitzender der DLRG

Das Radio und die Liebe

Oguz Gökcen brachte das kleine Radio großes Glück. ·
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Oguz Gökcen brachte das kleine Radio großes Glück. ·

Bremen - Von Ilka LangkowskiWenn die Badesaison beginnt, schieben die Rettungsschwimmer auf den DLRG-Stationen wieder Wache. Als ehrenamtlicher Bezirksjugendvorsitzender der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bremen ist Oguz Gökcen aber nicht nur als Rettungsschwimmer im Einsatz.

Zu seinen Aufgaben zählt es unter anderem, Leute zu motivieren, Ausflüge zu planen und Veranstaltungen vorzubereiten. „Bei großen Fahrten mit vielen Kindern ist die Vorbereitung manchmal recht schwierig, weil alles mit den Eltern kommuniziert werden muss“, sagt Gökcen. Doch wenn sich die Kinder am Ende der Fahrt freuen und das Feedback gut ist, dann freut es den 24-Jährigen. Das motiviert ihn immer wieder weiterzumachen.

Gökcen hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Der gebürtige Bremer zieht ein kleines tragbares Radio in der Größe eines Walkmans aus der Tasche. „Dieses Radio hatte ich an meinem zweiten Tag bei der DLRG dabei“, sagt Gökcen. Er saß am Steg bei der Wachstation am Werdersee und wartete darauf, dass er beim Kajakfahren dran kommt. Rechts von ihm saß ein „Mädel“ am Steg, dem das Stück, das gerade im Radio lief, nicht gefiel. Die Jugendliche sagte dies dem damals 13 Jahre alten Gökcen, der bot ihr an, selbst einen Sender auszusuchen. Prompt kamen die beiden ins Gespräch. Ein Jahr später waren sie zusammen. „Und wir sind es heute noch“, sagt Gökcen, „mit 14 Jahren und die erste Freundin – das ist das Highlight in meinem Leben. Das ist verblüffend.“

Immer wenn er das Radio sieht, denkt er an die erste Begegnung mit seiner heutigen Partnerin. Musik hört Gökcen mittlerweile über MP3-Player, aber das Radio ist wohlbehütet. Durch die Gegend wird er damit aber auch nicht mehr gehen, sagt er und lacht.

Bald zehn Jahre ist Gökcen jetzt bei der DLRG. Dafür gibt es das Ehrenabzeichen in Bronze. Gold wird von Gökcen anvisiert. Er mag Beständigkeit. Als Schüler war die ehrenamtliche Rettungsstation der tägliche Treffpunkt im Sommer. Heute gelte es, den Beruf in einem Luftfahrtunternehmen mit den Wacheinsätzen und den Aufgaben des Jugendvorsitzes zu verbinden, erzählt er.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Gökcen: Ich bin hier aufgewachsen. Bremen ist klein, aber fein. Man erreicht alles mit dem Rad. Hamburg, Berlin oder Frankfurt sind zu riesig für mich. Es gibt nichts, was Du hier nicht hast, und wenn man raus aufs Land will, geht auch das schnell.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Gökcen: Das Viertel. Hier bin ich aufgewachsen. Vieles trifft hier aufeinander. Ärzte, Anwälte, Künstler – hier ist alles vertreten. Die Schlachte ist im Sommer schön zum Weggehen und der Werdersee nach dem Wachdienst gut zum Entspannen.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Gökcen: Die Innenstadt mit Stadtmusikanten, Roland und Dom. Ich würde auch weiter weg, an die Nordsee und zum Klimahaus nach Bremerhaven. An Sommertagen ginge es außerdem an die Schlachte, aber auch ins Viertel – man muss mal gesehen haben, was es hier für ein Leben gibt.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Gökcen: Ich hatte ein Haustier, und das ist mein Lieblingstier. Es war ein Wellensittich. Der war gezähmt. Negativ war nur, wenn er mich morgens mit lautem Krächzen weckte. Positiv war das große Vertrauen, das er hatte.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Gökcen: Ich würde versuchen, mich mit Freunden zu treffen und shoppen zu gehen, etwas zu reden, um wieder zu wissen, was so los ist, oder einfach zu Hause entspannen und ein Buch lesen.

Was macht Sie schwach?

Gökcen: Marmorkuchen.

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