Auto in Packpapier

Radbegeisterte Bremer weisen auf Falschparker hin

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„Platz da!“ In Bremen haben am Freitag radbegeisterte Aktivisten ein Auto in Packpapier eingewickelt, um auf Falschparker hinzuweisen.

Bremen – Wohin nur mit dem Auto? Und das möglichst kostenfrei. Das ist in Bremen, wo der motorisierte Verkehr immer mehr zurückgedrängt wird, ein großes Problem. Aber Gehwege zuzuparken, ist auch nicht die feine Art. Aus Protest gegen Falschparker hat gestern eine Initiative radbegeisterter Bremer in Findorff ein Auto in Packpapier eingewickelt. Sie fordert (noch) mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer.

„Das eine Auto steht symbolisch für die Situation in diesem Viertel“, sagte Philipp Bruck von der Bürgerinitiative „Platz da!“. Mit Blick auf die Reihe von Fahrzeugen, die halb auf dem Gehweg stand, sagte er: „Alle Autos müssten eigentlich bei der Polizei angezeigt und abgeschleppt werden.“

Dass Falschparker Fuß- und Radwege blockieren, sei in vielen Fällen nicht nur lästig, sagte Wolfgang Köhler-Naumann von der Initiative. Mit Kinderwagen oder Rollstuhl sei oft kein Durchkommen mehr, für Kinder werde das Überqueren von Straßen zum Risiko. „Das soll ein freundlicher Hinweis sein“, sagte er mit Verweis auf die Einpack-Aktion.

Doch dabei will es die Initiative nicht belassen: Im November hat sie einen Bürgerantrag auf den Weg gebracht, den inzwischen etwa 1 000 Menschen unterschrieben haben. „Es geht darum, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer in der Stadt zu schaffen“, erläuterte Köhler-Naumann. Sollten 4 000 gültige Unterschriften von Einwohnern ab 16 Jahren zusammengekommen, muss sich die Stadtbürgerschaft mit dem Thema beschäftigen. Die Initiative will den Antrag voraussichtlich im Spätsommer der neuen Landesregierung übergeben.

Autofahrer hingegen wären froh, wenn es mehr legale kostenlose Parkplätze für sie gebe, Radfahrer die vorgeschriebene Straßenseite benutzten, Handzeichen beim Abbiegen gäben und im Dunkeln Licht anschalteten. Und Fußgänger würden sich freuen, wenn sie gefahrlos bei „Grün“ über die Ampel gehen könnten, ohne von Radfahrern über den Haufen gefahren zu werden, die das für sie geltende „Rot“ schlicht ignorieren.  gn/dpa

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