Rachepläne

Sina Schulz spielt in der Bühnenfassung des Ildikó-von-Kürthy-Romans „Herzsprung“

„Herzsprung“-Probe auf der Schaukel – von links gesehen: Regieassistentin Hannah Joseph, Schauspielerin Sina Schulz und Regisseur Knut Schakinnis. Foto: KUZAJ
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„Herzsprung“-Probe auf der Schaukel – von links gesehen: Regieassistentin Hannah Joseph, Schauspielerin Sina Schulz und Regisseur Knut Schakinnis.

Bremen - Heimlich Botschaften auf einer fremden Mailbox abhören – ist das statthaft? Gehört sich das? Und vor allem – welche Folgen hat es? Nun, Amelie hat es getan. Sie hat eine Nachricht auf der Mailbox ihres Partners abgehört. Und, ja, es hat Folgen. Denn jetzt stürzt Amelie in Rage davon und sinnt auf Rache. Und will all das machen, was sie sonst immer nur mal angedroht hat.

Damit nimmt die Komödie „Herzsprung – Ahnungslos durch die Nacht“ ihren Lauf. Zu erleben ist das auf der Weser: Die Bühnenfassung des Romans „Herzsprung“ von Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy hat am Donnerstag, 24. Oktober, auf dem Theaterschiff an der Tiefer Premiere. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Eintritt: 30 Euro. Die Bühnenversion des Romans stammt von Christoph Munk.

Das Stück erzählt „die 48 Stunden nach dem Abhören“ der Nachricht, sagt die Hamburger Schauspielerin Sina Schulz. Sie spielt Amelie, die Hauptfigur. Und mehr als die Hauptfigur gibt es ja auch nicht in diesem Stück, es ist ein Solo. Schulz hat Erfahrung mit der „großen Aufgabe“, denn: „Es ist mein viertes Solo.“ Sie sei es also gewohnt, einen Abend lang allein auf der Bühne zu stehen. „Aber es ist jedes Mal wieder superaufregend.“

Umso besser, wenn das Publikum dann richtig mitgeht. „Das pusht total.“ Musik sorgt da zuverlässig für eine gewisse Mitgeh-Stimmung – und sie signalisiert und unterstreicht zugleich die jeweiligen Stimmungslagen der Hauptfigur. Und an Stimmungen mangelt es in „Herzsprung“ wahrlich nicht.

15 Songs sind in dem Stück zu hören, sagt Theaterschiff-Intendant Knut Schakinnis, der Regie führt. 15 Songs – das kommt auch Sina Schulz entgegen, schließlich ist sie eine Schauspielerin mit Musicalerfahrung. Unter den Liedern: „Atemlos durch die Nacht“ (Helene Fischer) und „Verdammt, ich lieb Dich“ (Matthias Reim), „I will Survive“ (Gloria Gaynor) und „Ohne Dich“ („Selig“) – eine ziemlich wilde Musik-Mischung ist das also.

So wild wie die Gefühlswelt von Amelie, die auf ihrer rasenden Flucht vor dem Partner zwischen verschiedenen Schauplätzen wechselt; es geht nach Sylt, es geht nach Hamburg und es geht auch noch auf den Ku‘damm nach Berlin. Aber: „Ihre Rachepläne laufen alle schief“, sagt Sina Schulz. In Wirklichkeit gehe es Amelie ja auch um etwas ganz anderes: „Natürlich möchte sie eigentlich nur gefunden werden.“

Und? Wird sie gefunden, gibt es denn ein glückliches Ende? Ja – es ist ja schließlich eine Komödie. Aber das Happy End fällt richtig spektakulär aus: „Vor sieben Millionen Fernsehzuschauern bei einer ,Bambi‘-Preisverleihung“, so Regisseur Schakinnis. Er freut sich, dass das Buch „mit vielen konkreten Bildern arbeitet“. Theater braucht Bilder – und sind sie einprägsam, tragen auch sie in einer Komödie dazu bei, dass das Publikum mitgeht.

Für die Schauspielerin Sina Schulz ist „Herzsprung – Ahnungslos durch die Nacht“ das erste Solo-Stück in Bremen. Gespielt hat sie in der Hansestadt allerdings schon, zuletzt in „Käthe holt die Kuh vom Eis“ im Packhaustheater im Schnoor, das auch zum Bühnenverbund von Knut Schakinnis gehört.

Schulz, Jahrgang 1987, begann in Hamburg zunächst eine Musicalausbildung, bevor sie auf die Schauspielschule wechselte. Dort machte sie 2011 ihren Abschluss. Aufgetreten ist sie seither unter anderem bei den Kreuzgangspielen Feuchtwangen, im Kieler Theater „Die Komödianten“ und im Jahrmarkttheater Bostelwiebeck (Niedersachsen).

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