53-Jähriger soll mindestens sechs Feuer in Gröpelingen gelegt haben

Pyromane im Parzellengebiet

Feuerteufel: Sechs Brände soll der Angeklagte (r.) in einem Gröpelinger Kleingartengebiet gelegt haben. Foto: KOLLER

Bremen - Von Steffen Koller. Monatelang hielten vorsätzlich gelegte Feuer in Gartenparzellen die Besitzer in Atem. Seit Montag sitzt der mutmaßliche Täter auf der Anklagebank des Bremer Landgerichts. Dem 53-Jährigen werden insgesamt sechs Fälle der Brandstiftung zur Last gelegt. Alle sechs Brände soll der Mann in zwei Straßen in Gröpelingen gelegt haben. Der Schaden übersteigt die Grenze von 20 000 Euro deutlich.

Umringt von schmucken Lauben, kleinen Teichen und akkurat geschnittenen Beeten herrschte lange Zeit pure Idylle im Kleingartengebiet „Blüh’ auf“ in Gröpelingen. Mit der Ruhe war es Anfang 2019 jedoch vorbei. Immer wieder brannten unbewohnte Parzellen an der Nelkenstraße und der „Blüh’-auf“-Straße nieder, nur noch die Grundgerüste der Gebäude waren nach den Feuern zu erahnen. Es herrschte Angst vor dem unbekannten Feuerteufel, der kurz nach dem Jahreswechsel am 4. Januar den vermutlich ersten Brand legte. Mehr als 5 000 Euro Schaden richtete der Täter an – um nur wenige Stunden später einen weiteren Brand zu entfachen. Zwar betraf es dieses Mal „nur“ einen Holzschuppen und auch war der Schaden von rund 500 Euro deutlich überschaubarer, doch die Angst blieb.

Verantwortlich für vier weitere Brände am 10. Januar, 24. August und 12. Oktober, bei denen laut Anklage ein Gesamtschaden von rund 24 000 Euro entstand, soll der angeklagte 53-Jährige sein, dem damals Zivilbeamte der Polizei auf die Schliche kamen. So jedenfalls hieß es damals in einer Mitteilung der Polizei Bremen.

Die verdeckt ermittelnden Beamten legten sich in der Nacht zum 12. Oktober im Kleingartengebiet auf die Lauer und sollen den Mann auf frischer Tat ertappt haben, so die Angaben der Polizei. Im Gepäck hatte er demnach: ein Feuerzeug sowie ein Brecheisen.

Seitdem sitzt der Mann in der forensischen Abteilung des Klinikums Ost. Laut Staatsanwalt hat ein vorläufiges Gutachten ergeben, dass der Mann unter anderem an einer „leichten Intelligenzminderung“ leide und zudem eine kombinierte Persönlichkeitsstörung samt Borderlineanteilen aufweise. Außerdem, so der Anklagevertreter, habe das Gutachten ergeben, dass der Mann an Pyromanie, der krankhaften Neigung, Feuer zu legen, erkrankt sei.

Ob der 53-Jährige, der laut Medienberichten bereits Ende der 90er Jahre wegen Brandstiftung verurteilt worden war, in der Lage war, sein mutmaßlich unrechtes Verhalten einsehen zu können, will die Kammer mit Hilfe einer psychiatrischen Sachverständigen klären. Zu Prozessauftakt am Montag ließ der Mann lediglich über seine Anwältin mitteilen, dass er sich „gegebenenfalls“ zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde.

Wie es damals von der Polizei hieß, hatte der Angeklagte kurz nach seiner Festnahme eingeräumt, „für mindestens zehn Brandstiftungen in den letzten Wochen verantwortlich gewesen zu sein“. Wieso jetzt lediglich sechs Straftaten verhandelt werden, wurde am Montag zunächst nicht deutlich. Der Prozess wird am Dienstag, 14. April, fortgesetzt. Bei einer Verurteilung wegen Brandstiftung drohen dem 53-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft.

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