Zweite Phase im Werkstattverfahren

Architekten stellen Entwürfe für Areal am Brill vor

Der Vorschlag von „Bolles & Wilson“ sieht eine 54 Meter hohe Pyramide mit Aussichtsplattform vor. Zwischen der Pyramide und dem Kassenhallen-Gebäude sollen Paternoster-Parktürme entstehen. Hinzu kommt ein öffentlicher Platz auf der Rückseite und ein „Mini-Block-Viertel“ mit Cafés und Penthouse-Wohnungen. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Langsam wird es konkreter in Sachen Sparkasse Am Brill: Nachdem das Finanzinstitut im vergangenen Jahr den Verkauf des Areals bekanntgab und kurz darauf zusammen mit der Stadt ein sogenanntes kooperatives Werkstattverfahren startete (wir berichteten), wurden am Dienstagabend konkrete Vorschläge für die zukünftige Nutzung präsentiert. Drei Architektenbüros erarbeiteten jeweils Ideen und stellten diese vor. Die Entwürfe könnten unterschiedlicher kaum sein.

Bremens Innenstadt befindet sich im Umbruch. Großbaustellen schießen aus dem Boden, neue Wohnviertel entstehen, Abrisse stehen bevor. „In Bremen passiert eine Menge“, sagte Bausenator Joachim Lohse (Grüne) zum Auftakt der zweiten Runde im Verfahren. Es geht um die zukünftige Nutzung des 11 000 Quadratmeter großen Sparkassen-Areals Am Brill. Das Geldinstitut hat den Gebäudekomplex im November an die internationale Investorengruppe der Familie Schapira verkauft und zieht 2020 in den Technologiepark an der Universität um. Nun braucht es Ideen für den Brill.

Drei Architektenbüros präsentierten nun ihre Vorschläge. Mit dabei: Das Büro „Robertneun“ aus Berlin. Die Architekten aus der Hauptstadt sehen in ihrem Entwurf eine vierteilige Aufgliederung des gesamten Areals vor. Vier einzelne Gebäude, die versetzt zueinander angeordnet sind und so Innenhöfe und Gassen schaffen, zeichnen die Grundidee aus, erklärte Architekt Nils Buschmann. Neben einem Boulevard parallel zur Bürgermeister-Smidt-Straße und einem öffentlichen Platz direkt neben dem historischen Kassenhallen-Gebäude sieht der Entwurf einen sogenannten „Kiezplatz“ und einen Hofgarten vor. Die später nutzbare Fläche (Bruttogeschossfläche) soll so auf 47 000 Quadratmeter (aktuell rund 40 000) ansteigen.

„Westphal Architekten“ aus Bremen zergliedert das Areal in fünf Gebäude, wobei zwei Hochpunkte das Gebiet flankieren. Im Zentrum soll das Kassenhallen-Gebäude stehen. Die Architekten setzen den Fokus auf Grünflächen und Gartenanlagen im Inneren des Areals, das komplett autofrei sein soll. 

Ein Gebäude mehr sieht die Idee von „Westphal Architekten“ aus Bremen vor. „Höfe am Brill“ nennt Architekt Jost Westphal das Projekt, das ein komplett autofreies Quartier werden soll. Im architektonischen Zentrum steht, wie bei allen Entwürfen, das denkmalgeschützte Kassenhallen-Gebäude. Doch wie der Name schon verrät, sollen zukünftig Gärten und grüne Plätze das Erscheinungsbild prägen und so ein „starkes adressbildendes Inneres“ formen, sagte Westphal. Zwei Hochpunkte, sechsgeschossige Gebäude, flankieren das Areal in dem Entwurf. Hinzu kommen Tiefgarage (wie bei allen Entwürfen) und mehrere Ein- und Ausgänge, die besonders die Rückseite zur Jacobistraße mehr in den Fokus rücken soll.

Für Bremer Verhältnisse eher exotisch kommt der Vorschlag des Architektenbüros „Bolles & Wilson“ aus Münster daher. Fünf einzelne Gebäude, wobei drei ein „Mini-Block-Viertel“ bilden sollen, gesellen sich zur zentralen Kassenhalle und einer Art Pyramide mit einer Höhe von 54 Metern. Für Architekt Peter Wilson ein „urbanes Event“. Der Entwurf sieht zudem Paternoster-Parktürme vor sowie einen Nachbarschaftsplatz zur Rückseite des Gebäudes, der ebenfalls autofrei sein soll.

Nun liegt es am Begleitgremium, den besten Vorschlag auszuwählen. Die Entscheidung soll ein weiteres Puzzlestück für ein zukünftiges Bauleitplanverfahren bilden und dem Architektenbüro ermöglichen, sein Vorhaben noch weiter zu verfeinern. Letztlich entscheidet aber die Investorengruppe, was aus dem Areal wird.

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