Psychothriller-Autor Sebastian Fitzek stellt in Bremen sein neues Buch vor

Der Angstmacher

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„Viele Ideen kommen mir im Auto“: Bestsellerautor Sebastian Fitzek las am Donnerstagabend in der Glocke aus seinem neuen Buch „Das Joshua-Profil“ vor.

Bremen - Von Steffen Koller. Urängste, Inspirationen, Schreibblockaden: Was treibt Bestsellerautoren an, wo entstehen furchteinflößende Geschichten über Serienmörder und Psychopathen, wie gehen Autoren dabei vor? Sebastian Fitzek (44), einer der erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands, gab bei einer Lesung Antworten. Am Donnerstagabend gastierte er mit seinem Buch „Das Joshua-Profil“ in der Bremer Glocke.

Es sind diese Szenen kurz nach Ende der gut 90-minütigen Lesung, die einem vor Augen halten, dass hier nicht irgendwer gerade über sein Leben und sein Schaffen gesprochen hat, sondern Sebastian Fitzek, der mit weltweit über sechs Millionen verkauften Büchern zu Deutschlands literarischer Speerspitze gehört. Frauen laufen, die dicken Wälzer Fitzeks unterm Arm, die Treppe hinunter, im Laufschritt geht es zur Autogrammstunde mit dem 44-Jährigen. Innerhalb von wenigen Minuten bildet sich eine gut 50 Meter lange Schlange quer durch das Erdgeschoss des Konzerthauses.

Doch diesen Erfolg, dem der gebürtige Berliner mit Bescheidenheit und viel Humor entgegentritt, hat er sich durch zahlreiche – und vor allem mitreißende Romane – redlich verdient. So die Meinung der Fans und Kritiker. 2006 schnuppert der Vater von drei Kindern erstmals Psychothriller-Luft, seit dem gehen seine Romane durch die Decke. Mit seinem aktuellen Roman „Das Joshua-Profil“ war er nun in Bremen und zeigte sich angesichts der rund 300 Besucher „geplättet“. Das war zu Anfang seiner Karriere nicht so, sagt er. „Es gab Lesungen, da kamen fünf Leute – drei waren Angestellte des Buchladens.“ Auch sei es vorgekommen, dass ihm der Einlass zu seinen eigenen Veranstaltungen verwehrt wurde, schlicht, weil die Menschen ihn nicht kannten. Heute sei das anders, auch wenn ein Schriftsteller wohl nie den Bekanntheitsgrad eines TV-Stars erreichen werde, meint Fitzek. Darum gehe es ihm auch nicht, um das Berühmtsein, meint Fitzek, der bereits Lesungen in einer Studenten-WG oder Zahnarztpraxis abgehalten hat. Wer schreibe, um berühmt zu werden, begehe einen „fatalen Fehler“.

Die Veranstaltung von Thalia ist alles andere als klassisch. Es ist vielmehr eine Mischung aus Kabarett, Autobiographie und Lesung. Sie beginnt nicht gruselig, nicht furchteinflößend, sie ist lustig, aber nicht albern. Fitzek schafft es, eine Spannung zu erzeugen, die ansteckt, die neugierig macht und dazu animiert, mehr über ihn und seine Bücher erfahren zu wollen. Er beschreibt sich selbst als neugierigen Menschen, den die vermeintlich banalen Dinge des Lebens interessieren. „Aus dieser Inspirationsquelle entstehen die besten Geschichten.“ Gruselgeschichten über Psychopathen und kranke Seelen.

Und Fitzek, wovor hat er Angst? Als Kind habe er gefürchtet, entführt zu werden. „Daran war wohl die Sendung ,Aktenzeichen XY ungelöst‘ schuld.“ Aktuell seien es Riesenräder und seine Ex-Freundin, der er das Buch „Seelenbrecher“ gewidmet habe, meint er mit einem Augenzwinkern. Und ernsthaft? „Vor Schicksalssekunden. Diesem einen Moment, in dem ein kleiner Fehler alles verändern kann.“ Davor braucht er beim Bremer Publikum keine Angst zu haben. Sollten seine Lesungen weiter so unterhaltsam bleiben, das Publikum wird ihm wohl kein böses Schicksal bescheren.

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