Prozess um Raubüberfall auf Juwelier in der Lloydpassage

„Ich erschieß‘ Dich gleich!“

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Lukasz J. (30, 2.v.l.) und Anna M. (26, 2.v.r.) werden in den Gerichtssaal geführt.

Bremen - Von Steffen Koller. Die Tat sorgte für großes Aufsehen. Seit gestern müssen sich Lukasz J. (30) und Anna M. (26) wegen schweren Raubes vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage wirft ihnen vor, zusammen mit einem Komplizen im Mai ein Juweliergeschäft in der Lloydpassage überfallen zu haben.

Kurz vor Ladenschluss haben an jenem Tag zwei Männer das Geschäft betreten. Beide wirken, so beschreibt es eine Verkäuferin (50) des Juweliers vor Gericht, wie „normale Kunden“. Doch dann zücken die Täter Waffen, einer schreit: „Wo ist die Kasse?“ Er fordert die beiden Angestellten auf, den Tresor zu öffnen.

Einer Frau, so heißt es in der Anklage, dreht J. den Arm auf den Rücken. Er droht: So erzählt es die 50-jährige Angestellte. Dann flüchten die Täter mit Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von etwa 50 000 Euro. Wenige Meter entfernt wartet ein Fluchtwagen, alle drei rasen davon. Das Trio wird kurze Zeit später von Polizisten gestoppt, die Handschellen klicken, Festnahme auf der B75 (Richtung Delmenhorst).

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft haben Lukasz J. und ein weiterer Helfer, ein 18-Jähriger, das Geschäft überfallen. Anna M. sei das Fluchtauto gefahren. Gegen den 18-Jährigen wird am Landgericht Oldenburg verhandelt. Die 26-Jährige ließ durch ihren Anwalt verlesen, dass sie am Tattag von ihrem landsmann Lukasz J. aufgefordert worden sei, ihn und einen anderen Mann zum Juwelier zu fahren. Sie wolle, so hieß es in ihrer Erklärung, nichts Konkretes gewusst haben, nur das J. „ein Ding vorhatte“. Zwar hätte sie geahnt, dass J. einen Überfall plante, doch Hintergründe habe sie nicht gekannt. Auch habe sie nicht gewusst, dass beide Männer Waffen bei sich trugen.

Zum Prozessauftakt gab es gestern Anträge der Verteidiger. Am Ende entschied der Vorsitzende Richter Thorsten Prange, das Verfahren gegen J. abzutrennen. Gegen ihn soll im September gesondert verhandelt werden. Es gebe „Anhaltspunkte für den Gebrauch von Betäubungsmitteln“, begründete Prange. Es müsse mittels eines psychologischen Gutachtens geklärt werden, ob der 30-Jährige drogenabhängig und schuldfähig sei.

So stand gestern nur noch Anna M. im Mittelpunkt. Mehrfach entschuldigte sich die zierliche Frau, persönliche Worte richtete sie an die Verkäuferin. Es sei der „größte Fehler ihres Leben“ gewesen, sagte die 26-Jährige, die im dritten Monat schwanger ist, und bat im Gerichtssaal: „Bitte verzeihen Sie mir.“ Sie habe erst aus den Akten von den schrecklichen Details erfahren, habe nie gewollt, dass jemandem etwas passiere. Die Schwangerschaft sei der Grund für das schnelle Verfahren, so Prange. Ein Urteil folgt womöglich schon in der nächsten Woche.

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