Prozess um Brand bei "Harms am Wall"

Zweiter Angeklagter auf freiem Fuß

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Hans Eulenbruch (l.) und der zweite Angeklagte Thomas M. (r.) vor Gericht.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Eine Überraschung war es nicht, aber es wurde erst am Mittwoch zu Prozessbeginn bekannt: Der zweite Angeklagte im Prozess um die Brandstiftung im Textilhaus Harms ist seit Freitag auf freiem Fuß.

Bisher war er aus der Untersuchungshaft vorgeführt worden. Außerdem wurden heute vom Landgericht Mitarbeiter des früheren Geschäftsführers Hans Eulenbruch gehört.

Prozessbeobachter hatten bereits nach dem Verhandlungstag am Freitag vermutet, dass auch der zweite Angeklagte im Prozess, Thomas M., angesichts der dünnen Beweislage kaum noch hinter Gittern bleiben könne. Und richtig, der 53-Jährige wurde noch am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen. Er saß, ebenso wie Eulenbruch (64), seit Dezember 2015 hinter Gittern. Eulenbruch befindet sich seit etwa drei Monaten auf freiem Fuß. 

Vorwurf Brandstiftung

Er und Thomas M. stehen seit August unter anderem wegen besonders schwerer Brandstiftung vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, das Harms-Gebäude an verschiedenen Stellen in Brand gesetzt zu haben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Um die Brandstiftung zu vertuschen, sollen sie einen Raubüberfall vorgetäuscht haben, ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Beide Männer bestreiten die Vorwürfe. Bei dem Großbrand entstand ein zweistelliger Millionenschaden. Neben Harms wurden zwei weitere Gebäude vernichtet. Eulenbruch war mit seinem Geschäft lediglich Mieter in dem historischen Gebäude am Wall.

Beweislage wird dünner

In dem Indizienprozess wurde die Beweislage bisher von Mal zu Mal dünner. Am Freitag hatten weder eine Lippenleserin noch eine Gang-Expertin den Verdacht gegen die beiden Angeklagten erhärten können. Am Prozesstag zuvor hatte bereits die Richterin nach stundenlangem Betrachten der Videoaufnahmen aus dem Geschäft gesagt: „Da sieht man an keiner Stelle etwas davon, dass jemand was verstecken will.“ Die Staatsanwaltschaft ist hingegen der Auffassung, dass die Aufnahmen die beiden Männer beim Besprechen der angeblichen Tat zeigen.

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