Bundesverdienstkreuz für Marie Rösler von der Bremer Krebsgesellschaft

150 Prozent Einsatz

Flaggen im Hintergrund: Marie Rösler trägt das Bundesverdienstkreuz und zeigt die Urkunde dazu, die ihr Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte überreicht hat. Foto: KOWALEWSKI

Bremen - Von Martin Kowalewski. Es wird nahe dem Herzen eine Hand breit unter der Schulter getragen, so verlangen es die Tragehinweise. Am Donnerstag hat Bremens Bürgermeister und Präsident des Senats, Andreas Bovenschulte (SPD), die Leiterin der Beratungsstellen der Bremer Krebsgesellschaft, Marie Rösler (64), für ihr weit über die normale Arbeit hinausgehendes Engagement bei der Bremer Krebsgesellschaft im Kaminsaal des Rathauses mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Griffe sitzen, das Bundesverdienstkreuz hängt vorschriftsmäßig an Röslers Jackett. Bovenschulte verleiht den Orden stellvertretend für den Bundespräsidenten. Rösler sagt, sie nimmt die Auszeichnung auch stellvertretend für das an, was sie und ihre vielen Kollegen, die Ehrenamtlichen und der Vorstand der Bremer Krebsgesellschaft in den vergangenen 32  Jahren geschafft haben, und auch für die Kranken und deren Angehörige.

Bovenschulte betont, dass selbst peinlich genaue Pflichterfüllung nicht reiche, um diese höchste Auszeichnung der Bundesrepublik für den Dienst an der Allgemeinheit zu bekommen. Es müsse ein über die Maße hinausgehendes Engagement dazukommen. Und genau das sei bei Rösler, die 1988 ihre Tätigkeit bei der Bremer Krebsgesellschaft aufnimmt, der Fall.

1989 führt Rösler den ersten Bremer Krebskongress durch. Die Reihe wird bis heute fortgesetzt und ist in Fachkreisen eine feste Größe. 1991 folgt die Eröffnung der Bremer Tumordokumentations- und Nachsorgeleitstelle, Vorläufer des Bremer Krebsregisters. 1995 organisiert Rösler den ersten Krebspatientenkongress in Bremen. Im selben Jahr bekommt die Bremer Krebsgesellschaft größere Räumlichkeiten. „Sie haben die neuen Räume gleich genutzt und dafür gesorgt, dass es Platz für Aktivitäten war“, sagt Bovenschulte. Im Jahr 2001 organisiert Rösler den ersten „Bremer Venuslauf“ – zusammen mit 50 Frauen, mit denen sie zuvor in Berlin auf einer Brustkrebs-Demonstration war. Dieser finanziert heute Bewegungsangebote für Krebskranke – mit 50 Cent pro gelaufenen Kilometer. Beim Venuslauf arbeiten 70 bis 80 Ehrenamtliche, fasst alles Betroffene oder Angehörige, sagt Rösler. Seit mehr als 30  Jahren opfert die heute 64-Jährige viel Zeit und Kraft für ein besonderes Maß an Aktivitäten. „Ich bin mir sicher, dass Marie Rösler diese Auszeichnung zu 150 Prozent verdient hat“, sagt der Bürgermeister.

Marie Rösler wird am 22.  Oktober 1955 in Barstede geboren, einem kleinen ostfriesischen Dorf zwischen Aurich und Emden. Nach dem Realschulabschluss zieht sie im Alter von 16 Jahren nach Emden und geht auf die Fachoberschule für Soziale Arbeit. Danach studiert sie Sozialarbeit in Kiel, macht dort ihr Anerkennungsjahr in der Nichtsesshaftenhilfe sowie ein Verwaltungspraktikum im schleswig-holsteinischen Sozialministerium. Sie arbeitet dann in Lübeck mehrere Jahre in der ambulanten Nichtsesshaftenhilfe. 1983 zieht sie nach Bremen und arbeitet in einem Wohnheim für junge geistig Behinderte und bereitet diese darauf vor, selbstständig in Wohngruppen zu leben.

Ein paar Jahre später fängt bei der Bremer Krebsgesellschaft an. Zunächst widmet sie sich in Teilzeit der Mitgliederverwaltung. Immer wieder kommen Anrufe. Um beraten zu können, macht Marie Rösler eine Weiterbildung am Krebsforschungszentrum Heidelberg. Damals berät sie alleine. Heute führt die Bremer Krebsgesellschaft jährlich 2500 Beratungen in Bremen-Nord und Bremen–Mitte sowie Huchting durch. Seit Röslers „Dienstantritt“ wuchs die Zahl der Mitglieder von etwa 60 auf heute mehr als 1 000.

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