Zwei Bremer wollen in der Überseestadt einen Ort der Kreativität erschaffen

Projekt „Klangstube“

Bremen - Von Steffen Koller. Die Idee ist mutig, das Konzept dahinter innovativ: Die Bremer Jessica Holling (22) und Sebastian Klann (23) wollen mit der „Klangstube“ Musikern, Künstlern und kleinen Firmen einen Ort bieten, in denen sie ihre Ideen umsetzen können. Im Vordergrund steht das Solidaritätsprinzip – und ein nachhaltiger Umgang mit der Natur. Doch dafür braucht es Geld.

Zwischen Holz- und Stahlhandel und umrahmt von einer Kopfsteinpflasterstraße steht das Backsteinhaus in Gröpelingen. Durch eine schwere blaue Metalltür gelangt man in die „Klangstube“, einem Projekt, das im März begann und so langsam Gestalt annimmt. Jessica Holling und Sebastian Klann wollen spätestens im Februar 2017 unter anderem Musikern und Künstlern einen Raum zur Verfügung stellen, in dem sie unter professioneller Mithilfe ihre Projekte verwirklichen können. Will man beispielsweise als Band Titel aufnehmen, stellt das Duo einen Aufnahmeraum, einzelne Instrumente und ein komplettes Tonstudio zur Verfügung. So zumindest der Plan der beiden, die auf eines ganz besonders angewiesen sind: Geld.

Seit März arbeiten Sebastian Klann und Jessica Holling an der „Klangstube“. Spätestens im Februar wollen die beiden offiziell eröffnen und dann unter anderem Musikern einen Ort bieten, an dem sie unter professioneller Hilfe Titel aufnehmen können.

Sebastian Klann rechnet mit rund 15.000 Euro, die für das gesamte Projekt erforderlich sind. „Das wäre unser Idealziel“, sagt er. „Mit diesem Geld müssten wir keine Kompromisse machen“, ergänzt Jessica Holling. Fast 8.000 Euro haben die beiden bislang in die „Klangstube“ gesteckt – aus eigener Tasche. Das Geld ist für den Bau der Holzkonstruktionen draufgegangen, alles weitere soll für die Gestaltung der einzelnen Räume verwendet werden. Rund 40 Quadratmeter misst der Aufnahmeraum, zehn sind es im angrenzenden Tonstudio, erläutert Klann, der sich als gelernter Mess- und Regeltechniker bestens mit dem Thema auskennt. Außerdem sollen ein kleiner Aufenthaltsraum sowie eine Küche entstehen. „Man kann es sich zwar nur schwer vorstellen, aber es wird gemütlich“, meint die 22-jährige Mediengestalterin, die ebenfalls Dienstleistungen im Printbereich anbieten möchte.

Alle Räumen sollen mit nachhaltigen Materialien gebaut werden, meint Klann. Er erläutert, dass unter anderem Holzfaser als Dämmmaterial und Lehm als Raumverkleidung verbaut werden soll. Zudem werde der Boden mit Korkplatten ausgelegt. Um ihr Projekt Wirklichkeit werden zu lassen, haben die beiden eine Crowdfunding-Seite ins Leben gerufen. Auf www.startnext.com kann jeder einen beliebigen Geldbetrag an das Duo überweisen und erhält als Gegenleistung zum Beispiel eine günstige Studiostunde. Wird die Marke von 5.000 Euro nicht geknackt, bekommen alle Spender ihr Geld zurück.

Und was steckt hinter dem Solidaritätsprinzip? Klann und Holling haben sich ihr Konzept von der solidarischen Landwirtschaft abgeschaut und berechnet, dass eine Arbeits-, beziehungsweise Studiostunde mindestens 20 Euro kosten muss, damit Nebenkosten und Miete wieder reinkommen. „Da fällt nichts für uns ab“, so Klann. Empfehlen würden sie 30 bis 40 Euro, um ihr Projekt weiter wachsen zu lassen. Bietet zum Beispiel eine Band aber 50 Euro pro Stunde, würde es für die nächste – möglicherweise finanziell nicht so gut ausgestattete – Band günstiger werden. Für Klann „eben gelebte Solidarität“.

www.dieklangstube.de

Rubriklistenbild: © AFP

Mehr zum Thema:

Weihnachtsmarkt in Kirchwalsede

Weihnachtsmarkt in Kirchwalsede

Weihnachtsmarkt in Brunsbrock

Weihnachtsmarkt in Brunsbrock

Turnschau in Lessen

Turnschau in Lessen

Zwei Siege bis zum EM-Halbfinale: DHB-Ladies glänzen

Zwei Siege bis zum EM-Halbfinale: DHB-Ladies glänzen

Meistgelesene Artikel

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Junger Bremer stellt Edelpralinen von Hand her

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Reaktionen auf geplanten Sparkassen-Umzug

Dreimal Bewährung, einmal Haft

Dreimal Bewährung, einmal Haft

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Vermieter: „Wollte Eulenbruch nie loswerden“

Kommentare