Studenten haben die Ausstellung „Barrierefreiheit von A bis Z“ gestaltet

Projekt mit eigenem Charakter

Die weißen Punkte an der Glasfassade des Parlamentsgebäude haben ihre Bedeutung: „Für alle“ steht dort in Brailleschrift geschrieben

Bremen - Von Jörg EsserBREMEN · 20 weiße Punkte sind derzeit auf der Fensterfront am Haus der Bürgerschaft zu sehen. Die weißen Punkte haben also ihre Bedeutung: „Für alle“ steht dort in Brailleschrift geschrieben. Sie sind der weithin sichtbare Hinweis auf die Ausstellung „Eine Stadt für alle – Barrierefreiheit von A bis Z“, die gestern im Parlamentsgebäude eröffnet wurde.

Behinderung fügt sich überall in den Alltag ein. Und genau das will die Ausstellung zeigen, sagt Eberhard Syring vom Bremer Zentrum für Baukultur. Er ist einer der Projektkoordinatoren. Mit im Boot sind der Landesbehindertenbeauftragte und die Organisation „Kom.fort“. Macher der Ausstellung sind rund 60 bis 70 Architektur-Studenten der Hochschule Bremen, Design- und Grafikstudenten der Hochschule für Künste (HfK) sowie Studenten aus dem Studiengang „Digitale Medien“ an der Bremer Uni. „Dadurch hat das Projekt ein ganz eigenen Charakter mit unterschiedlichen subjektiven Zugängen bekommen“, sagt Syring. Die Ausstellung sei „nicht sachlich-trocken, sondern persönlich und lebhaft“, ergänzt Meike Austermann-Frenz von „Kom.fort“. „Das große Interesse der Studenten“ bewertet sie zudem als „beruhigenden und positiven Effekt“. Und der Landesbehindertenbeauftragte Joachim Steinbrück sagt: „Die Ausstellung will Barrieren in den Köpfen abbauen.“

„Eine Stadt für alle – Barrierefreiheit von A bis Z“ nähert sich alphabetisch zugeordnet an – erraten – 26 Stationen dem Thema. Der Trip rund um den Plenarsaal beginnt bei „A“ mit allgemeinen Informationen und den Namen der studentischen Autoren der Präsentation. Unter „C“ wie „Crossroads“ werden die für Rollstuhlfahrer nahezu unpassierbaren Fußgängerbrücken über die Kurfürstenallee unter die Lupe genommen. Das „Café für alle“ macht zudem Vorschläge für ein blindengerechtes Leitsystem in Restaurants – da liegt die Serviette bei 10 Uhr, der Löffel auf 9 Uhr und das Glas Wasser steht bei 1 Uhr.

Blindenführhunde sind ein weiteres Thema. Es gibt einen Film, der außerdem in Blindenschrift gestickt wurde. Es gibt Filmbeiträge und Comics, etwas zum Fühlen und etwas zum Ausprobieren.

Und unter „H“ widmet sich ein Student der Straßenbahnhaltestelle Norderländer Straße in Huchting, die für Rollstuhlfahrer nicht zu erklimmen ist. Der Student hat auch drei Lösungen – Lift, Fahrstuhl, Rampe – aufgelistet und die Kosten errechnet.

Kurzum: Der Besuch der Ausstellung lohnt sich. Der ist bis zum 29. Juli möglich. Und: Zu jeder Zeit ist einer der Autoren vor Ort.

WWW.

bremische-buergerschaft.de

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