Präsentation intelligenter Kleidungsstücke / Forschungsprojekt untersucht „Generation Internet“

Programmierte Catwalk-Mode

Modedesign-Studentin Friederike Massel präsentiert ihren intelligenten Rock. Kommt ihr jemand zu nahe, setzt dank Vibrationssensoren ein Warnton ein.

Bremen - Von Viviane StrahmannBREMEN · Mode und Technik sind zwei Welten: Um Kleidungsstücke zu nähen, braucht es schöne Stoffe, Nadel und Faden. Aber sicher keine Sensoren oder Lampen. Oder doch? Studenten kombinierten jetzt beides – heraus kam: „Smart Fashion“.

Fleißig genäht und programmiert wurde im Rahmen eines dreitägigen Workshops der Arbeitsgruppe „Digitale Medien in der Bildung“ des Technologiezentrums Informatik und Informationstechnik (TZI). „My smart Fashion“ lautete der Titel, unter dem 14 Studenten der Akademie Mode & Design (AMD) aus Hamburg „intelligente Mode“ kreierten. Am Ende kreativer Gedankenspiele und handwerklicher sowie technischer Umsetzung stehen Prototypen individueller Röcke, Kleider oder Jacken.

Eines der Ergebnisse der Verbindung von Technik und Mode: ein schwarzes Tanzkleid. Der Clou: Bewegungssensoren und Leuchtdioden machen das gute Stück zu etwas ganz Besonderem. Denn die Sensoren geben die Bewegungen beim Tanzen farblich wieder. Wird der Arm gehoben, blinken weiße Lichter auf, senkt er sich, leuchten die Birnen rot.

Ein Rock aus Plastik ist ganz sicher ein Hingucker, jedoch eher nicht zum Tanzen geeignet: Für das Material haben drei Teilnehmerinnen um Friederike Massel, Modedesign-Studentin im zweiten Semester, die transparente Variante gewählt, um die Technik im Inneren des Rockes bewusst in Szene zu setzen. Die Intention: ein Rock, der einen Eigenraum schafft und zugleich für eine gewisse Distanz sorgt. Denn wenn jemand in seinen Umkreis von 45 Zentimetern eintritt, sorgen Vibrationssensoren für einen unangenehmen Piepton. „Dank der Anleitung war das Programmieren ohne Vorkenntnisse leicht verständlich“, so Massel.

Der Workshop ist Teil des Projekts „Subjektkonstruktionen und digitale Kultur“ (SKUDI), in dem neben der Uni Bremen drei weitere Universitäten die „Generation Internet“ erforschen. Untersucht werden Handlungspraktiken von Netz-Usern zwischen 15 und 30 Jahren an digitalen Schauplätzen wie Diskussionsforen, Online-Netzwerken und Weblogs, aber auch der Umgang mit intelligenten Gegenständen wie im „Smart-Fashion“-Workshop. Ein weiterer Fokus liegt auf den sich durch das Internet möglicherweise verändernden Selbst- und Weltbildern. Ziel ist die Entwicklung einer Typologie dieser Bilder, die im virtuellen Raum entfaltet werden.

„Es geht dabei um die Frage, wie sich das Verhältnis zu digitalen Medien verändert, wenn junge Frauen über ein größeres Verständnis von Programmierung verfügen. Ziel ist es, dass sie sich der Technik nicht länger ausgeliefert fühlen, sondern aktiv und gestaltend mit ihr umgehen“, so TZI-Professorin Heidi Schelhowe.

Hier ein bisschen löten, dort noch etwas programmieren und einen Widerstand einbauen – nicht alles funktioniert reibungslos. Dennoch zeigt sich Modestudentin Marcia Lopes Silva begeistert: „Zwei Dinge miteinander zu kombinieren, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, öffnet neue Türen zu mehr Kreativität.“

WWW.

tzi.uni-bremen.de

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